Buch
Café

Empfehlungen

Kaffeesatz

Fundstücke

Kuchen&Torten

zurück zur Hauptseite

 

Buchempfehlungen

Barbara Schmidt-Tychsen

stellt vergessene und neue Bücher vor 

Dienstag  28. November 2017      19 Uhr

 Zollhaus          Norddeich 3       Rodenäs

Eintritt frei

________________________________

 

 

Buchempfehlungen

 

 

 

Barbara Schmidt-Tychsen

 

stellt vergessene und neue Bücher vor

 

 

 

Donnerstag  26. Februar 2015,  19 Uhr

 

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

 

Eintritt frei

 

 

 

Kulturstation Zollhäuser Rodenäs e.V

www.zollhaeuser.de

 

Buchempfehlungen

Barbara Schmidt-Tychsen

stellt vergessene und neue Bücher vor

23. November 2013, 19 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Eintritt frei

 

alle Bücher hat die Friesische Buchhandlung Niebüll vorrätig

John Williams: Stoner

Aus dem Englischen von Bernhard Robbendtv München 2013  19.90 €, ISBN 978-423-28015-0, E-Bok 15,99 €   Hörbuch, gelesen von Burghart Klaußner 24,99 €

Ulrike Purschke: Hendrikje, vorübergehend erschossen 

dtv München 2013, Taschenbuch 7.95 €, ISBN 978-3-423-21031-7   E-Book  6,99 €

Jojo Moyes: Ein ganzes halbes Jahr

Aus dem Englischen von Karolina Fell, Rowohlt Polaris Hamburg 2013 broschiert 14,99 €   ISBN 978 3 499 267031, E-Book 12,99 €, Hörbuch-Download, gelesen v. Luise Helm, Ulrike Hübschmann, Reinhart Kuhnert  14,85 €

Amos Oz: Geschichten aus Tel Ilan

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Suhrkamp Taschenbuch Verlag 2009, 7,95 €, ISBN 978-3-518-46209-6

Amos Oz: Unter Freunden

Aus dem Hebräischen von Mirjam Pressler, Suhrkamp Verlag Berlin 2013, 18,95 €

Franz Hohler: Es klopft

btb 2009 Taschenbuch, 8,00 €     ISBN 978-3-442-73920-2

Franz Hohler: Gleis 4

Luchterhand   München 2013, 17,99 €   ISBN  978-3-630-87420-1

Jenny Erpenbeck: Aller Tage Abend

Knaus Verlag München 2012, 19,99 €,  ISBN 978-3-8135-0369-2,   audio CD 24,99 €

Michael Köhlmeier: Idylle mit ertrinkendem Hund

dtv München 2010 Taschenbuch, 7,90 €, ISBN 978-3-423-13905-2

Joachim Meyerhoff: Wann wird es endlich wieder so, wie es nie war?

Kiepenheuer & Witsch 2013, 19,99 €     ISBN  978-3-462-04516-1

Joachim Meyerhoff: Alle Toten fliegen hoch. Amerika

Kiepenheuer & Witsch Köln 2011, Taschenbuch, 9,99 €, ISBN 978-3-462-04436-2

 

______________________________

 

Buchempfehlungen

Barbara Schmidt-Tychsen

 stellt vergessene und neue Bücher vor

4. Dezember 2012 , 19 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

 Eintritt frei

 

Gaito Gasdanow: Das Phantom des Alexander Wolf.                            Aus dem Russischen und mit einem Nachwort von Rosemarie Tietze, Hanser Verlag München 2012, ISBN 978-3-446-23853-4    17,99 €
 Alice Munroe: Zu viel Glück.                                                                     Aus dem Englischen von Heidi Zerning, S. Fischer Verlag Frankfurt/Main 2011, ISBN 978-3-10-048833-6  19,95 €
 Austin Wright: Tony & Susan.                                                                   Aus dem Amerikanischen von Sabine Roth, Luchterhand Verlag München 2012, ISBN 978-3-630-87366-4  19,99 €
 Arno Geiger: Der alte König in seinem Exil.                                     Hanser Verlag München 2011, ISBN 978-3-446-23634-9    17,90 €
 Ulla Lachauer: Magdalenas Blau.                                                     Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg  2011,   ISBN 978-3-498-03936-3    19,95 € 
 Llloyd Jones: Die Frau im blauen Mantel.                                              Aus dem Englischen von Grete Osterwald, Rowohlt Verlag Reinbek bei Hamburg 2012, ISBN 978-3-498-03238-8    19,95 €
 Suzanne Collins: Die Tribute von Panem. Tödliche Spiele.                Aus dem Ameikanischen von Sylke Hachmeister und Peter Klöss, Verlag Friedrich Oetinger Hamburg 2012 , ISBN 978-3-7891-3222-3    Taschenbuch 9,99 €
Band 2  Die Tribute von Panem. Gefährliche Liebe, ISBN 978-3-7891-3219-3  geb. 17,95 €
 Band 3  Die Tribute von Panem. Flammender Zorn, ISBN 978-3-7891-3220-3  geb. 18,95 €
 John Green: Das Schicksal ist ein mieser Verräter.                            Aus dem Englischen von Sophie Zeitz, Hanser Verlag München 2012, ISBN 978-3-446-24009-4   16,90 €
 Marie Hamsun: Die Langerudkinder.                                                      Aus dem Norwegischen von J. Sandmeier und S. Angermann, Paul List Verlag  München.Leipzig.Freiburg 1950, Die Langerudkinder (Taschenbuch), Nachwort von Aldo Keel, Illustratorin: Sabine Friedrichsen, Fischer Schatzinsel    10,00 €, ISBN 978-3-596-80863-2

_________________________________

 

 

 

Buchempfehlungen

Barbara Schmidt-Tychsen

stellt vergessene und neue Bücher vor

26. November 2011

 

Herman Rivera Letelier

 Die Filmerzählerin
Insel Verlag Berlin 2011

Inhalt: In einer in der Wüste gelegenen chilenischen Minensiedlung lebt eine filmbegeisterte Familie – ein nach einem Minenunfall schwer behinderter Vater im Rollstuhl mit seinen 5 Kindern. Seine Frau hat ihn verlassen. Sie leben unter ärmlichsten Bedingungen in einem Wellblechhaus. Die Familie kann es sich nicht leisten, für alle Familienmitglieder Kinokartenzu  kaufen. In einem Wettbewerb de Kinder untereinander ermittelt der Vater das Kind, das am besten Filme erzählen kann, so anschaulich, dass alle den Film nacherleben können. Die 10jährige Margarita – Ich-Erzählerin gewinnt den Wettbewerb mit der überzeugenden Vorstellung von Ben Hur. Sie entwickelt außerordentliche Talente, ihre Gabe spricht sich rum, ihr Publikum wird größer. Etwa Mitte des gerade mal 104 Seiten umfassenden Bändchens schlägt die Geschichte um. Es ist nicht nur das Aufkommen des Fernsehens, das der Karriere der Maria Margarita ein Ende setzt.

 

 Einschätzung: In der schnörkellosen, klaren Sprache der Margarita werden die „Filmerzählungen“ und die sie begleitenden Umstände  mit viel Sinn für Komik erzählt. Ganz nebenbei erfährt der Lester sehr präzise viel über die Lebensverhältnisse der Siedlungsarbeiter, deren Arbeitsbedingungen, die Situation der Frauen am Beispiel ihrer Mutter und ihrer eigenen Entwicklung. Eine großartige Erzählung.

 

 Biografie: Hernán Rivera Letelier ist 1950 in Talca in Südchile geboren, kam als Kind in die Atacama Wüste im Norden nach Algorta. Er kennt das Land, von dem er erzählt. Nach dem Tod der Mutter wurden die Kinder auf die Tanten verteilt. Letelier selbst blieb in Antofagasta allein, arbeitete selbst im Stollen und schlug sich mit dem Verkauf von Zeitungen durch und arbeitete später als Laufbursche bei einer Nitratfabrik. Mit 17 begab er sich auf Wanderungen, die ihn nach Bolivien, Peru, Ecuador und Argentinien führten Nach drei Wanderjahren kehrte er 1973 zur Arbeit nach Antofagasta zurück und heiratete mit 24 eine 17 Jahre alte Frau.  In der Folgezeit erlangte er in Abendkursen den Schulabschluss, wurde für den Unterricht an Oberschulen zugelassen. Zum Schreiben kam er, weil er  Hunger hatte. Er  bewarb er sich Anfang der 70er Jahre bei einem Radioprogramm, das als ersten Preis für das beste Gedicht mit einem Abendessen in einem feinen Restaurant lockte. Er gewann. 1988 begann er mit dem Schreiben. Heute (2011) lebt er mit seiner Frau und vier Kindern in Antofagasta.

 _______________ 

 

 

 Oskar Roehler:

 Herkunft
 Ullstein Verlag Berlin 2011
Hörbuch, 4CDs gelesen von Herbert Knaup

 

Biografie: Oskar Roehler ist 1959 in Starnberg geboren. Er arbeitet als Filmregisseur, Journalist und Autor. Er ist  der Sohn der Schriftstellerin Gisela Elsner (Die Riesenzwerge) und des Schriftstellers Klaus Roehler. Seine Mutter verließ Mann und Kind, als er drei Jahr alt war. Ab dem vierten Lebensjahr wuchs er bei seinen Großeltern väterlicherseits  in der Nähe von Nürnberg auf  Ab 1967 zog er zu seinem Vater nach Berlin, wo er als vernachlässigtes Schlüsselkind lebte. Er besuchte die Gymnasien in Darmstadt und Nürnberg, wo er sein Abitur machte. Er ist verheiratet und  lebt heute in Berlin. Seit Mitte der 1990er Jahre wurde Roehler vor allem als Spielfilmregisseur bekannt. Sein bislang erfolgreichster Film war Die Unberührbare mit Hannelore Elsner in der Hauptrolle, in dem Roehler die letzten Jahre im Leben seiner Mutter beschreibt. Unter dem Titel Herkunft veröffentlichte er 2011 seinen stark autobiografisch geprägten Roman.
Inhalt: Die Handlung des Romans erstreckt sich über drei Generationen. Großvater Erich kehrt 1949 aus der Kriegsgefangenschaft heim. Verbittert über den Kriegsverlauf und einsam stellt er mit ungeheurer Energie eine Gartenzwergfabrik auf die Beine. Sein Sohn Rolf schreibt Gedichte und Kurzgeschichten. An der Uni lernt er die Nora kennen, eine exzentrische  und unangepasste Schülerin. Sie wird schwanger. Ihre Versuche das Kind abzutreiben, scheitern. Robert wird geboren. „Schaffen Sie  dieses Bündel fort, ich will damit nichts zu tun haben.“ So der überlieferte Ausspruch  der Mutter Nora (Gisela Elsner).  Roberts Mutter verlässt Mann und Kind, als Robert drei Jahre alt ist. Im Alter von vier Jahren kommt er zu seinen Großeltern, wächst dort frei und glücklich auf, bis er nach den ersten Schwierigkeiten zurück zu seinem Vater nach Berlin gebracht wird, wo er als vernachlässigtes Schlüsselkind lebt. Auch der  Versuch, ihn bei seinen Großeltern mütterlicherseits unterzubringen, scheitert nach einiger Zeit. Aus dem veernachlässigten Kind ist inzwischen ein schwer erziehbarer Junge geworden. Er kommt ins Internat, wo er mit verwöhnten und kriminellen Jugendlichen, unfähigen Lehrern und Drogen zu tun hat. Mit Ach und Krach schafft er das Abitur.                                 
Einschätzung: Roehler vermittelt ein sehr eindrucksvolles Bild der deutschen Nachkriegsgeschichte.  Die 50er Jahre der Bundesrepublik, der Umgang der Gruppe 47 mit den Autoren, das Leben an der Uni in den 60er Jahren, die 68er Zeit, die Abrechnung mit der Literaturszene -  Roehler nimmt kein Blatt vor den Mund. Die Tatsache, dass er hier, wie er in zahlreichen Interviews versichert, mit seiner eigenen Kindheit und Jugend abrechnet, verleiht dem Roman eine verstörende Authentizität. Hin und wieder habe ich mit dem Roman gekämpft,  gedacht. „Muss ich das alles wissen? Aber aufhören konnte ich auch nicht.

_______________

 

Eugen Ruge

 

In Zeiten des abnehmenden Lichts

Hörbuch 10 CDs gelesen von Ulrich Noethen

 

Rowohlt Verlag Hamburg 2011

 

Inhalt: Eugen Ruges Roman umfasst  vier Generationen, ein halbes Jahrhundert Familiengeschichte, DDR-Geschichte von 1952 – 2001.Die Familie: Die Großeltern Wilhelm und Charlotte kommen aus dem mexikanischen Exil, um die neue deutsche Republik aufzubauen; Sohn Kurt kommt aus der Verbannung in einem sibirischen Lager mit seiner russischen Frau Irina in die DDR; Kurts Sohn Alexander (Sascha) und seine Frau Melitta und ihr Sohn Markus. Nicht zu vergessen Nadjeshda Iwanowna, die Mutter Irinas. Schwerpunkt des Romans bildet die pompöse Geburtstagsfeier von Wilhelms 90 Geburtstag am 1. Oktober 1989, die insgesamt 6x aus der Sicht von Irina, Irinas Mutter, Wilhelm selbst, Kurt, Charlotte und dem Urenkel Markus geschildert wird. In weiteren Kapiteln werden u. a. die trostlose Zeit in der Armee (Sascha), die Beschaffungsenergie (Irina), die Situation der Jugendlichen (Markus), Demenz (Kurt) – kurzum der Alltag einer Familie lebendig. 

Einschätzung: Ruge gelingt ein abwechslungsreicher, spannender und sehr vergnüglicher Roman. Er arbeitet mit einer ausgeklügelten Erzählstruktur. Es beginnt im Jahr 2001. Erzählt wird aus  der Perspektive des an Krebs erkrankten Enkel Saschas, der in Mexiko nach den Spuren seiner Großeltern sucht.  Rückwirkend wird  die Geschichte der DDR aufgerollt. Jede Kapitelüberschrift ist eine Jahreszahl 1959, 1961, 1973, 1976, 1979, 1991 und wieder 2001, und dazwischen die 6 Geburtstage am 1. Oktober 1989. Ein besonderer Reiz: Der Leser weiß, was 1989 passiert ist, die beteiligten Personen, vor allem Wilhelm, wissen es noch nicht oder nur zum Teil, ahnen zwar etwas, befürchten es, wundern sich. Der Roman enthält zwei wunderschöne Weihnachtssatiren, die der Böllschen Weihnachtsgeschichte das Wasser reichen können. Bei aller Ironie geht Ruge behutsam mit seinem Personal um. 

Biografie: Eugen Ruge ist 1954 in Soswa am Ural in Russland geboren. Er ist der Sohn des Alt-Kommunisten Wolfgang Ruge, der von den sowjetischen Machthabern in das sibirische Lager 239 deportiert wurde. Ruge kam 1958 zusammen mit seinen Eltern nach Ost-Berlin. Nach einem Mathematikstudium und erfolgreichem Diplom an der Humboldt-Universität Berlin wurde Ruge wissenschaftlicher Mitarbeiter  am Zentralinstitut für Physik der Akademie der Wissenschaften der DDR. Seit 1989 arbeitet er hauptsächlich als Autor für Theater, Funk und Film. Ruge ist Vater von vier Kindern und lebt heute (2011 abwechselnd in Berlin und auf Rügen.

_______________

Francoise Sagan

 

Bonjour Tristesse

 

Ullstein Taschenbuch  Berlin (1955) 2010

Brigitte Hörbuch-Edition, 3 CDs, gelesen von Iris Berben

 

Inhalt: Die 17jährige Cécile verbringt den Sommer gemeinsam mit ihrem Vater Raymond (40), einem Lebemann, und seiner Geliebten Elsa (29) in einem Haus an der Cote d’Azur. Céciles Mutter starb vor 15 Jahren. Ohne an mögliche Komplikationen zu denken, hat Raymond auch Anne Larsen, eine gute Freundin seiner früheren Frau eingeladen, eine 42jährige Modedesignerin, eine Dame, elegant und anspruchsvoll. Er verliebt sich in Anne, die er seit Jahren kennt. Elsa zieht sich schmollend zurück. Cecile fühlt sich zunehmend bevormundet durch Anne, die ihre Beziehung zu dem jungen Studenten Cyril unterbindet und sie dazu vergattert, ihre Studien wieder aufzunehmen um ihr Abschlussexamen zu bestehen. Vorbei ist die unbeschwerte Kumpanei  zwischen Vater und Tochter.  Mit Raffinesse, Feinfühligkeit und krimineller Energie versucht Cécile ihren Vater und Anne auseinander zubringen.

 

Einschätzung: In dem Roman, der 1955 ein Bestseller war, werden Lebensüberdruss, Einsamkeit, Langeweile und Sinnlosigkeit thematisiert. Der damalige Erfolg beruhte einmal darauf, dass Francoise Sagan selbst erst 18 Jahre alt war, als sie den Roman schrieb, und zum anderen darauf, dass offen Liebe, Sex und Lust  thematisiert werden, 1955 ein absolutes Tabu. Die Ereignisse werden ausschließlich aus der Sicht Céciles erzählt.

Die Gefühle, Empfindlichkeiten und Verletzungen, die typisch für die Pubertät sind, werden genau und treffend vermittelt; schockierend auch heute noch  die Rafinesse und kriminelle Energie mit der die Protagonistin ihre pubertären Phantasien in die Tat umsetzt und so das Leben eines Menschen zerstört.

 

Biografie: Francoise Sagan wurde 1935 geboren, sie starb 2004 an einer Lungenembolie.

Sie wuchs in einer wohlhabenden Familie auf, kannte genau den großbürgerlichen Lebensstil, den sie in ihren Romanen kritisiert. Sie führte ein luxuriöses und  exzessives Leben, in dem Drogen, Alkohol und Spielsucht eine große Rolle spielten. Ihre Leidenschaft für schnelle Autos wurde ihr fast zum Verhängnis als sie 1957 einen Unfall mit ihrem Sportwagen nur knapp überlebte. Sie schrieb 8 weitere Romane, u.a. Ein gewisses Lächeln und Lieben sie Brahms.  Bonjour Tristesse wurde  in Hollywood verfilmt.

Sie war 2x verheiratet, hat einen Sohn und lebte zum Schluss mit dem Modeschöpfer Peggy Roche zusammen.

_______________

 

Philip Roth

 

Nemesis

 

Hanser Verlag München 2010

Hörbuch, ungekürzte Ausgabe (6CDs), gelesen von Joachim Schönfeld

 

Inhalt: Sommer 1944 im jüdischen Viertel von Neuwark. Bucky Cantor, ein junger jüdischer Sportlehrer arbeitet in den Ferien als Betreuer von Jugendlichen auf einem Sportplatz. Er ist ambitioniert, bemüht sich den Jungen nicht nur die Spielregeln, sondern auch Teamgeist beizubringen.  Hohe Moralvorstellungen und eiserne Disziplin zeichnen ihn aus. Eine Polioepidemie, die zum Tode und Erkrankung einiger seiner Schützlinge führt, lässt Cantor verzweifeln. Er verliert den Glauben an Gott. Schweren Herzens  nimmt er das Angebot seiner Verlobten, Marcia Steinberg, an, Neuwark zu verlassen und weit entfernt in den Poconos in einem Jugendcamp die Badeaufsicht zu übernehmen. Bei einer Untersuchung wird festgestellt, dass er selbst auch den Polio-Virus in sich trägt.  Er fühlt sich doppelt schuldig, seine Jungen in Neuwark in Stich gelassen zu haben und möglicherweise auch für die Ansteckung der Jugendlichen verantwortlich zu sein. Das Angebot seiner Verlobten, zu heiraten schlägt er aus, weil er glaubt seine Erkrankung und deren nicht absehbare Folgen ihr nicht zumuten zu können,

Er zieht sich verbittert, uneins mit sich und Gott zurück.

 

Einschätzung:   Mit einer schlichten, einfachen  Sprache konfrontiert Roth den Leser mit dem dramatischen Geschehen. Was so nüchtern und harmlos beginnt – ein wunderbarer Sportlehrer gibt alles für seine Schützlinge, die ihn lieben und bewundern, endet in einer  düsteren Katastrophe.

Der  Erzähler des Romans ,Arnie Mesnikoff, einer der Jungen, die damals 1944 an Polio erkrankten, gibt sich erst spät – 1971 -  im Roman als Ich-Erzähler zu erkennen. Nach einem Jahr im Rollstuhl geht er mit Hilfe von Beinschienen und Krücken. Er studierte Architektur, heiratete und hat 2 Kinder.  Er bewertet seinen ehemaligen Sportlehrer unbarmherzig: Er wurde von einem übersteigerten Pflichtgefühl getrieben, besaß aber zu wenig geistige Statur, und dafür hat er einen hohen Preis gezahlt. Ein Hauptthema des Romans: Wie geht der Mensch mit einem persönlichen Schicksalsschlag um? Gibt es da ein Richtig oder ein Falsch?  Nach Lektüre des Romans bleiben viele Fragen und ergeben sich interessante Diskussionen.

 

Biografie: Philip Roth wurde 1933 in <st1:place><st1:city>Newark</st1:city>, <st1:state>New Jersey</st1:state></st1:place> geboren.

Er studierte englische Literatur (Master of Arts 1955). Nach abgeleistetem Militärdienst lehrte er an verschiedenen Universitäten. Parallel dazu  wurde er einer der produktivsten und bedeutendsten Schriftsteller in den USA. Von 1959 – 1963war er mit  Margaret Martinson verheiratet. Sie kam 1968 durch einen Verkehrsunfall ums Leben. Ab 1975 lebte er mit der britischen Schauspielerin Claire Bloom zusammen und heiratete sie. Sie trennten sich 1994.

Der Autor wird Jahr für Jahr für den Nobelpreis gehandelt, hat inzwischen alle wichtigen Literaturpreise erhalten: Pulitzerpreis, Welt-Literaturpreis, National Book Award der USA,u.a.

Der Roman Nemesis rundet einen Zyklus von Kurzromanen von Philip Roth ab. In allen geht es um das Thema Todesverfallenheit und Gottverlassenheit. Jedermann, Empörung und Demütigung.

_______________

 

 

Jan Christophersen

 

Schneetage

 

Fischer  Taschenbuchverlag 2010

 

 

Inhalt: Den Rahmen des Romans bildet die Schneekatastrophe 1978/79 in Nordfriesland. Ort der Handlung ist die Gasstätte „Grenzkrug“ in Viedtoft an der deutsch/dänischen Grenze, ein Ort, den Einheimische unschwer als Aventoft ausmachen. Der schwer herzkranke Paul Tamm kann Weihnachten 1978 noch gerade rechtzeitig ins Niebüller Krankenhaus gebracht werden, bevor die Straßen unbefahrbar werden, die Telefonleitungen zusammenbrechen.

In zahlreichen Rückblenden wird das Leben der Familie Tamm, die den Grenzkrug betreibt, erzählt. Der Roman umfasst so einen Zeitraum von etwa 1940 – ca. 1980/81.

Themen u. a. : Die Besetzung Dänemarks durch die Deutschen, Leben an der Grenze, Halligleben, Erfahrungen mit Flüchtlingen, Touristen und Einheimischen, schwierige Familienverhältnisse, Mythen um die 1362 in einer Sturmflut untergegangene Insel Rungholt.

 

Einschätzung: Schneekatastrophe ist kein Abenteuerroman, eher eine unaufgeregte Geschichte, in der aber durchaus Spannung vorhanden ist, so spannend, dass man sich als Leser sogar wünscht, es gäbe eine Fortsetzung, denn einige Zusammenhänge werden nicht ganz aufgeklärt. Großartig ist es dem Verfasser gelungen, die Sprachlosigkeit oder besser die Wortkargheit der handelnden Personen, die Weite der Landschaft, die Einsamkeit der Menschen „lebendig“ werden zu lassen. Wunderbare Sätze: Als die Halliggräfin, die auf der Insel Südfall lebt und es gar nicht gerne sieht, wenn da dauernd Hobbyarchäologen im Watt nach Überresten von Rungholt buddeln, fragt: „Was denken sie überhaupt zu finden?“ von Paul die Antwort erhält. “Finden? Weiß nicht. Nichts Besonderes. Warum finden, wenn man auch suchen kann?“

 

Biografie: Jan Christophersen  ist 1974 in Flensburg geboren. Er studierte am deutschen Literaturinstitut Leipzig erhielt mehrere Stipendien, u. a. ein Aufenthaltsstipendium  im Künstlerdorf Schöppingen und im Kloster Cismar sowie ein Stipendium der Akademie der Künste in Berlin. Heute lebt er mit seiner Familie in Ulsnis bei Schleswig. „Schneetage“ ist sein erster Roman, der mit dem Debütpreis des Buddenbrookhauses ausgezeichnet wurde. Im Oktober 2010 war er Stadtschreiber von Tampere in Finnland.

 

_______________

Janne Teller:

Ill. Von Helle Vibeke Jensen

 

Krieg. Stell Dir vor, er wäre hier.

 

Carl Hanser Verlag, München 2011

 

 

Inhalt: Wenn bei uns Krieg wäre. Wohin würdest du gehen? Wenn durch die Bomben der größte Teil des Landes, der größte Teil der Stadt in Ruinen läge? Wenn das Haus, in dem du und deine Familie lebt, Löcher in den Wänden hätte? Mit diesen Fragen beginnt Janne Tellers Jugendbuch, in dem sie ein für uns ungewohntes Szenario entwirft. Wir selbst sind die Flüchtlinge. Die EU ist zusammengebrochen. Franzosen, Griechen und Italiener kämpfen gegen die Deutschen. Die Deutschen seien es leid gewesen, immer für die Südstaatn zu bezahlen. Europa ist in die Hände eines faschistischen Regimes geraten. Die einzige nähere Region, in der Frieden herrscht, ist die arabische Welt. Bis in die letzte Konsequenz verfolgt Janne Teller diese Umkehrung am Beispiel einer deutschen  Familie, die nach Ägypten flieht.

 

Einschätzung: Fast unheimlich ist die Aktualität der Geschichte, die Janne Teller in Form eines essays bereits 2001 schrieb. Damals in einer dänischen Fassung, in der sie von einem fiktiven Krieg zwischen den skandinavischen Ländern ausging. Die kurze Geschichte, die in Form und Farbe  eines Reisepasses aufgemacht ist, ist schnörkellos, sachlich ohne Kompromisse erzählt. Die hervorragenden Illustrationen (Collagetechnik) von Helle Vibeke Jensen, die arabische Schriftzüge und Wörter aufgreift, ergänzen den Text nicht nur, sondern laden zu einer eigenständigen Bildinterpretation ein.

 

Biografie: Janne Teller ist 1964 in Kopenhagen geboren. Sie studierte Volkswirtschaft. Im Bereich Konfliktbewältigung und Humanitärer Hilfe und Entwicklung war sie in vielen Ländern von Bangladesch bis Simbabwe tätig. Seit 1995 ist sie ausschließlich als Schriftstellerin tätig.

2000 erschien in Dänemark der Roman „Nichts“, der zunächst  in Dänemark schroff abgelehnt, dann aber mit dem höchsten Jugendbuchpreis des Landes ausgezeichnet wurde. In Deutschland erschien „Nichts“ 2010, stieß auch hier teilweise auf starke Proteste, avancierte schnell zum Bestseller, gehört inzwischen zum Standardwerk des Religions- und Ethikunterrichts in den Schulen.

 

_______________

Edmund de Waal

 

Der Hase mit den Bernsteinaugen

Das verborgene Erbe der Familie Ephrussi

 

Zsolnay Verlag, Wien 2011

 

 

Inhalt: In 5 Abschnitten, die von der Zeit und dem Ort bestimmt sind, führt uns der Verfasser  vom Fin de siècle (1871 – 1899) in Paris,  zum Anschluss in Wien (1899 – 1938), zum Ende des 2. Weltkrieges wieder nach Wien (1938 – 1947), zum Exil in Tokio (1947 – 1991) bis in die heutige Zeit in London (2001 – 2011). Erzählt wird die Geschichte  einer japanischen Netsuke-Sammlung. Das sind 264 winzige, aus Holz oder Elfenbein geschnitzte figürliche Objekte mit unterschiedlichen, sehr abenteuerlichen  Motiven. Der Verfasser, ein Nachkomme einer der reichsten jüdischen Familien des 19. Jahrhunderts in Europa, hat die Sammlung von seinem in Japan lebenden Großonkel geerbt. Diese Erbschaft veranlasst ihn nicht nur den Weg der Sammlung, sondern vor allem die Geschichte der Familie Ephrussi zu recherchieren.

 

Einschätzung: Die Rekonstruktion der Familiengeschichte, verdichtet durch Briefe,  Tagebuchaufzeichnungen,  Zitate aus der Literatur und die detektivische Arbeit des Verfassers vor Ort in Bibliotheken und Museen,  ermöglicht dem Leser sich in die Atmosphäre der jeweiligen Zeitabschnitte zu versetzen. Das Besondere ist die Gratwanderung zwischen den Objekten der Sammlung und dem berührenden Schicksal einer jüdischen Dynastie. Es ging de Waal darum, „den unverdienten Luxus der gefühlsmäßigen Verausgabung“ zu vermeiden. Die Recherche um das Schicksal der Familie Ephrussi und der Netsuke Sammlung  wird spannend wie ein Roman erzählt, ist aber auch ein Sachbuch, dessen kunstgeschichtliche Betrachtungen, literarische Verweise, historische Erläuterungen dem Leser Distanz ermöglichen.

 

Biografie: Edmund de Waal wurde 1964 in Nottingham geboren und studierte in Cambridge. Er ist Professor für Keramik an  der Universität in Westminster. Er stellte u. a. im Victoria und Albert Museum und in der Tate Britain aus. Er lebt mit seiner Frau  in London und hat drei Kinder.

 

_______________

Zsuzsa Bánk

Hörbuch, gelesen von Doris Wolter

 

Die hellen Tage

 

S. Fischer Verlag, Frankfurt 2011

 

Inhalt: In Kirschblüt, einem fiktiven Dorf am Neckar, erleben die beiden Mädchen Aja und Therese (Seri) in den 60er Jahren eine unbeschwerte Kindheit. Aja lebt zusammen mit ihrer Mutter Evi, die als Seiltänzerin in einem Zirkus  auftrat, in einem verfallenen Haus am Dorfrand. Ayas Vater Zigi arbeitet saisonweise als Trapezkünstler in verschiedenen Ländern. Seri wächst bei ihrer Mutter auf, die eine Transportfirma leitet. Zu den beiden Mädchen gesellt sich später Karl, der bei seinem Vater wohnt. Die drei Kinder schließen eine Freundschaft fürs Leben.

Neben der heilen Kinderwelt mit den hellen Tagen existiert eine Parallelwelt – die dunklen Tage. Seri hat ihren Vater sehr früh verloren. Karls kleiner Bruder ist verschwunden, Evi und Zigi verbergen ein Ereignis aus der Vergangenheit. Die Familiengeschichten werden parallel erzählt, fast unmerklich kreuzen sich die Lebenslinien. Das Dreieck der Kinder wird ergänzt durch das Dreieck der Mütter. Die Kinder werden erwachsen, ergreifen Berufe, ziehen nach Italien, trennen sich und finden wieder zusammen.

 

Einschätzung:

So poetisch und harmlos sanft die Sprache ist, so geheimnisvoll und  manchmal bedrohlich ist das Geschehen. Zusammenhänge, Erklärungen für ungewöhnliches Verhalten der Protagonisten oder gar Begründungen werden meist viel später wie beiläufig erwähnt. Ohne jede Vorbereitung geschieht etwas völlig Unerwartetes. Ich musste das Buch wiederholt aus der Hand legen, weil ich in großer Sorge war, begründet und manchmal unbegründet, wie sich später herausstellte. Man muss als Leser Geduld haben. Vieles klärt sich allmählich. Das Geschehen ist wie ein Sog, zieht den Leser unmerklich in seinen Bann, unterstützt durch eine sehr bildhafte Sprache mit vielen fast einlullenden Wiederholungen.

Eine Nähe zum Kitsch mag vorhanden sein. Aber ich habe schon immer eine besondere Liebe zum Kitsch gehabt.

 

Biografie: Zsuzsa Bánk ist 1965 geboren. Sie ist Buchhändlerin, studierte in Mainz und Washington Publizistik, Politikwissenschaft und Literatur. Sie ist verheiratet, hat zwei Kinder und lebt in Frankfurt. Für ihren ersten Roman „Der Schwimmer“ wurde sie mit diversen Literaturpreisen ausgezeichnet.

 

_______________

Shaun Tan

 

Ein neues Land

 

Carlsen, Hamburg 2008

 

 

Inhalt: Ein Mann muss seine Familie verlassen, weil er seine Familie nicht mehr ernähren kann oder weil er verfolgt wird.  In einem fremden Land versucht er Fuß zu fassen, genug Geld zu verdienen um seine Familie nachkommen zu lassen. Das neue Land kommt ihm sehr fremd vor. Shaun Tan erzählt die Geschichte ohne jeden Text. In Bildern verfolgt der Betrachter sein Schicksal. Shaun Tan wählt kein gewöhnliches Land für seinen Emigranten. Am Ankunftshafen  - Silhouetten, die  in einigen Details New York entsprechen - stehen statt der Freiheitsstatue zwei merkwürdige Riesenstatuen mit Tieren auf ihren Körpern, die sich die Hand reichen. Einreisedokumente müssen ausgefüllt werden. Die Zeichnungen erinnern an reale Bilder aus dem vorigen Jahrhundert. Die Stadt, in der unser Mann schließlich landet, ist bevölkert von seltsamen Tieren, Statuen und Fahrzeugen. Schiffe fliegen durch die Luft.  Die Architektur ist märchenhaft phantastisch. Shaun Tan entwirft ein Szenario, dass an Hieronymus Bosch erinnert. Nur die Menschen sind real. Der Protagonist lernt sie kennen. Sie erzählen ihm ihr Emigrantenschicksal, das wiederum in Bildern umgesetzt wird.

Vieles bleibt rätselhaft. Manches ist witzig. Gruseliges stellt sich oft als harmlos heraus.

 

Einschätzung: In seiner stummen Graphic Novel, an der er vier bis fünf  Jahre gearbeitet hat, zitiert Shaun Tan aus der Comic-, Film-, Fotografie- und Kunstgeschichte. Er setzt literarische Techniken wie Vor- und Rückblende, Zeitdehnung und Zeitraffung, innere Monologe visuell um. Die Bilder sind mit Graphitstift auf Papier gezeichnet, am Computer nachkoloriert in nuancenreichen Sepiafarben. Jedes der insgesamt 6 Kapitel beginnt mit einer Art Inhaltsverzeichnis, jeweils 12 kleine Bilder, die einen Hinweis auf den kommenden Bildinhalt enthalten.

Es ist beeindruckend wie es Shaun Tan gelingt, Stimmungen und Gefühle wie Heimweh, Sehnsucht, Angst, Freiheit, Bedrohung, Orientierungslosigkeit u.a. zu vermitteln. Das Buch ist für jedes Alter ab ca. 3 Jahren geeignet.

 

Biografie: Shaun Tan ist 1974 in Perth in Australien geboren.  „Große Teile dieses Buches wurden von Anekdoten und Geschichten inspiriert, die Migranten aus verschiedenen Ländern und Zeiten erzählt haben, darunter auch mein Vater, der 1960  von Malaysia nach Australien gekommen ist.“  schreibt Shaun Tan in einer Nachbemerkung zu dem Buch. Er  studierte Kunst und englische Literatur an der University of Western Australia.

2011 erhielt der Verfasser die höchst dotierte Auszeichnung für Kinder- und Jugendliteratur, den „Astrid-Lindgren-Preis“. Shaun Tan ist mit der Finnin Inari Kiuru verheiratet. Heute ist er als freier Künstler, Autor, Zeichner und Regisseur im Bereich Animationsfilm tätig. Er lebt mit seiner Frau und drei Vögeln in Melbourne.

 

_______________

 

Empfehlungen vom 6. Dez. 2009

_________________________________________

Alina Bronsky

Scherbenpark

Kiepenheuer & Witsch, Köln 2008

Inhalt: Die 17jährige Sascha Naimann, aus Moskau nach Deutschland gekommen, lebt mit ihren zwei jüngeren Stiefgeschwistern im "Solitär" einem Hochhaus-Getto, in dem überwiegend Russlanddeutsche leben. Der Titel "Scherbenpark" bezieht sich auf einen Jugendtreff, in dem gekifft und gesoffen wird. Die beiden Begriffe - Solitär und Scherbenpark - stehen für die chaotische Lebensweise, die kulturelle Vielfalt und die katastrophalen Bedingungen, mit denen die Bewohner konfrontiert werden. Liebe, Mord, Gewalt, katholisches Elitegymnasium, Medien, Rache - es wird nie langweilig!

 Einschätzung: Genremäßig ist der Roman schwer einzuordnen. Manchmal wird er als Krimi angekündigt; er kam aber auch auf die Nominierungsliste für den Jugendliteraturpreis 2009. Die Sprache ist kompromisslos, knallhart. Beiläufig und trocken wird die trostlose Umgebung kommentiert. Die Ereignisse überschlagen sich, das Tempo ist rasant, viele Dialoge machen das Geschehen lebendig.

 Biografie: Alina Bronsky ist 1978 in Jekaterinburg in Russland geboren und verbrachte ihre Kindheit  "auf der asiatischen Seite des Ural-Gebirges", ihre Jugend in Marburg und Darmstadt. Nach einem abgebrochenen Medizinstudium arbeitet sie als Texterin in einer Werbeagentur. Sie hat 3 Kinder und lebt in Frankfurt. Scherbenpark ist ihre erste Veröffentlichung.

_________________________________________________________

Mohsin Hamid

Der Fundamentalist, der keiner sein wollte

München 2008

Inhalt: Ein junger Pakistani, Changez, Studium in Princeton, arbeitet erfolgreich in New York als Angestellter einer exclusiven Beraterfirma. Er recherchiert im Aufrtrag größerer Unternehmen, ob und unter welchen Bedingungen sich eine Übernahme gefährdeter Betriebe lohnen würde. Ein brutaler Job, der im Ernstfall gnadenlos zur Zerschlagung insolventer Firmen führt. Während eines Geschäftsbesuches in Manila beobachtet er im Fernsehen das Einstürzen der Zwillingstürme des World Trade Center in New York. "Und dann lächelte ich. Ja, so abscheulich es auch klingen mag, meine erste Reaktion war eine bemerkenswerte Freude." (S.77) Diese, für ihn unerwartete Reaktion erschreckt ihn. Er versucht eine Erklärung für dieses Lächeln zu finden. Er unterhält sich in Lahore mit einem Amerikaner und enthüllt diesem Zug um Zug seine Lebensgeschichte. 

Einschätzung: Interessant ist die besondere Erzählperspektive.: Der Ich-Erzähler im 'Gespräch' mit dem Amerikaner. Der Amerikaner kommt aber nur indirekt zu Wort, durch die Kommentare des Pakistani: "Ob er (der Kellner) betet, fragen Sie? Nein, Sir, keineswegs." (S.115) Die Übermacht des Pakistani, die Hilflosigkeit des Amerikaners werden so verstärkt, verbreiten Angst und Bedrohung. Das Ende ist offen und wird sehr unterschiedlich interpretiert.

Biografie: Mohsin Amid ist 1971 geboren und lebt in London. Der Roman hat autobiographische Züge. Hamid hat wie sein Protagonist in Princeton studiert, in New York gearbeitet, ist dann nach Pakistan zurückgekehrt. Sein erster Roman - Nachtschmetterline (moth smoke) - wurde von der New York Times zu einem der bedeutendsten Bücher des Jahres 2000 gewählt. Dieser Roman würde wohl kaum in USA ausgezeichnet werden.

 ________________________________________________________

Carsten Jensen

Wir Ertrunkenen

A.Knaus Verlag, München 2008

Inhalt: Erzählt wird die Geschichte der Stadt Marstal auf der dänischen Insel Aero. Der Roman beginnt 1849 mit dem Seekrieg zwischen Deutschland und Dänemark und endet mit dem Seekrieg Ende 1945 mit der Kapitulation Deutschlands. Laurids Madsen, Protagonist der 1. Teils, überlebt den Krieg, bleibt aber verschollen. Sein Sohn Albert macht sich im 2. Teil auf die Suche nach seinem Vater, den er in der Südsee aufspürt. Die Blütezeit der Stadt Marstal als großer Reedereihafen wird am Beispiel Alberts aufgezeigt, der sich als erfolreicher Reeder von der Seefahrt zurückgezogen hat. Im 3. und 4. Teil ist es Knud Erik, Ziehsohn Alberts, dessen Lebensweg der Leser verfolgt.

Einschätzung: Der umfangreiche Roman, knapp 800 Seiten, ist packend und abwechslungsreich bis zur letzten Seite  geschrieben. Da ist alles drin: Seefahrt, Geschichte, Abenteuer, Seemannsgarn, Emanzipation, Krimi. abenteuerliche Erlebnisse, unbeschreibliche Zustände auf den Schiffen, gefährliche Situationen. Der Leser und in diesem Fall die Leserin mochte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Es ist ein ungewöhnlicher Roman mit ungewöhnlicher Erzählperspektive, die an den griechischen Chor erinnert. Mal sind es die Jungen, mal die Alten, mal die Frauen, die das Geschehen in und um Marstal kommentieren. Großartig!

Biografie:Carsten Jensen ist 1952 geboren und wuchs auf Aero auf. Sein Vater war Kapitän. Er hat Literaturwissenschaft studiert, arbeitet als Journalist, Kritiker und Essayist. Nach Erscheinen dieses Roman (2006) in Dänemark wird er der Homer Dänemarks genannt.

__________________________________________________________

Hanns-Josef Ortheil

Das Verlangen nach Liebe

btb-Taschenbuch München 2009 (2007)

 

Inhalt: Der Ich-Erzähler, der erfolgreiche Konzertpianist Johannes, trifft in Zürich ein, wo er ein Konzert geben wird. Überraschend trifft er auf Judith, die er seit 18 Jahren nicht mehr gesehen hat. Auch Judith ist inzwischen eine erfolgreiche Professorin für Kunstgeschichte geworden. In Zürich organisiert sie eine Kunstausstellung.

"Ich erkannte sie sofort, sie war es, sie lag da, als hätten wir uns vor wenigen Stunden nur kurz getrennt, um uns genau hier wieder zu begegnen. Ich spürte, wie mich dieser Anblick durchfuhr, ich erstarrte und fühlte mein Herz schlagen, es konnte doch nicht seink, daß sie sich so wenig verändert hatte..."

Eigentlich weiß der Leser jetzt schon, wie es weiter gehen könnte... Sie waren vor 18 Jahren ein Paar. Ein Schicksalsschlag wird sie getrennt haben. Der Leser will wissen, warum sie sich getrennt haben und er will wissen, ob sie erneut zueinander finden oder ob zu viel einem solchen Happy End im Wege steht.

 

Einschätzung: Das macht aber nichts. Es ist so wunderbar eingängig und doch intelligent geschrieben. Es ist irgendwo kitschig, aber auch differenziert und geistreich. Die Gespäche über Musik und Bildende Kunst sind durchaus anregend. Judith will die Ausstellung von Monets Seerosen mit einem Porträt des Schweizer Dichters Gottfried Keller konfrontieren, Johannes will den konservativen Konzertbetrieb mit einer Kombination von Mozart und Scarlatti aufmischen. Eine intelligente Schmonzette, die man sich einfach mal gönnen kann oder muss.

Biografie: Der Autor wurde 1951 in Köln geboren. Er erhielt eine zwanzigjährige pianistische Ausbildung, die er krankheitsbedingt aufgeben musste. Er studierte Musikwissenschaft, Germanistik, Philosophie und Vergleichende Literaturwissenschaft in Mainz, Göttingen, Rom und Paris. Er veröffentlichte zahlreiche Erzählungen, Romane, Essays, literatur- und musikwissenschaftliche Arbeiten. Er lehrt in Hildesheim als Professor für Kreatives Schreiben.

____________________________________________________________

 

Annemarie Schwarzenbach

Eine Frau zu sehen

Verlag Klein & Aber 2008

 

Inhalt: Die Geschichte ist unspektakulär: In einem Hotel in St. Moritz, im Engadin begegnen sich zwei Frauen und verlieben sich ineinander:

"...der Liftboy schließt die Türe hinter mir, ich stehe mit gesenktem Kopf, während der Lift in der Halle hält: Einen Augenblick dringt Wärme und Geräusch hinein, ich hebe die Augen, eine Frau steht mir gegenüber, sie trägt einen weißen Mantel, ihr Gesicht ist braun unter dunkelm, männlich herb aus dem Gesicht gekämmtem Haar, ich erstaune vor der schönen und leuchtenden Kraft ihres Blickes, und nun begegnen wir uns, eine Sekunde lang, und ich fühle unwiderstehlich den Drang, mich ihr zu nähern, herber, schmerzlicher noch, dem ungeheuren Unbekannten zu folgen, das sich wie Sehnsucht und Aufforderung in mir regt -"

Die kurze Geschichte ist erfüllt von der Sehnsucht und dem Verlangen der Ich-Erzählerin, sich dieser Frau, Erna Bernstein, zu nähern. Sie durchlebt die Ängste und Unsicherheit einer Verliebten, sie ringt zwischen Mut und Zweifel, sich zu dieser Liebe zu bekennen: "Damit war ich plötzlich allein und meiner eigenen Entscheidung überlassen."

Einschätzung: Dieser Text mit autobiographischen Bezügen, den Annemarie Schwarzenbach als 21jährige schrieb, ist ein für die damalige Zeit sehr ungewöhnlich offenes Bekenntnis zu einer lesbischen Neigung. Ihre Sprache ist ebenso behutsam wie berührend. Die kurze Erzählung ist ein literarisches Meisterwerk. Herausgegeben wurde es von ihrer Großnichte, Alexis Schwarzenbach, die den Nachlass ordnete und redigierte.

Biografie: Die 1908 in Zürich geborene Autorin stammt aus einer der reichsten Schweizer Industriellenfamilien. Sie promovierte  bereits mit 23 und arbeitete als Schriftstellerin, Journalistin, und Fotografin. Sie schrieb um die 300 Reisefeuilletons und Fotoreportagen für Schweizer Zeitungen, einige Romane und Novellen. Ihr unstetes Reiseleben führte sie rund um die Welt: Europa, Persien, Moskau, USA, Afghanistan, Kongo, u.a. Sie war befreundet mit Erika und Klaus Mann und Carson McCullers, u.a. 1942 verunglückte sie in der Schweiz mit dem Fahrrad. Sie erlitt eine schwere Kopfverletzung, die von den Ärzten falsch behandelt wurde. So starb sie 9 Wochen später.

Es gibt mehrere Biografien über ihr interessantes Leben.

_____________________________________________________________ 

 

Jeannette Walls

Schloss aus Glas

Taschenbuch Diana Verlag 2006

 

Inhalt: "Ich nestelte an meiner Perlenkette und fragte mich, ob ich nicht doch zu elegant für die Party angezogen war, als ich aus dem Taxifenster schaute und Mom sah, die gerade einen Mülleimer durchwühlte."

Mit diesem vielversprechenden Satz beginnt die Autobiographie von Jeannette Walls. Es ist eine atemberaubende Kindheit, die sie erlebt hat. Ihre Eltern, Rex und Rose Walls, haben dem Konsum den Kampf angesagt und wollten ihren Kindern ein naturhaftes Leben 'on the road' mit echten Werten vermitteln. Sie ignorieren Regeln und Konventionen. Die Mutter, eine ausgebildete Lehrerin, lehnt es ab zu arbeiten, nimmt in Kauf, wenn nichts zu essen da ist. Der Vater ist ein Träumer, Bastler, Erfinder und Tüftler, aber auch ein Säufer. Die Familie ist mit ihren 4 Kindern ständig auf der Flucht vor Gläubigern, beleidigten oder versetzten Arbeitgebern. Die Eltern schrecken nicht vor Ladendiebstahl oder Bankbetrug zurück, erziehen ihr Kinder mit ungewöhnlichen Methoden: "Wer  es in der Jugend schwer hat, ist später widerstandsfähiger."

 

Einschätzung: Das Buch ist so spannend, dass man es kaum aus der Hand legen kann. Der Inhalt macht nachdenklich. Die Kinder halten wie Pech und Schwefel zusammen. Die Eltern lieben ihre Kinder. Es gibt Ansätze in der Erziehung, die durchaus Sinn machen. Sie werden zu einer unglaublichen Selbstständigkeit erzogen, sie werden intellektuell gefördert und meistern schwierigste Situationen. Jeannette Walls war ein glückliches Kind.

 

Biografie: Die Autorin ist 1960 geboren und verließ ihre Familie mit 17 und schlug sich nach New York durch. Dort lebt und arbeitet sie als erfolgreiche Journalistin  Das Geheimnis ihrer Familie hat sie lange nicht preisgegeben. Erst nach Jahren hat sie sich dazu durchgerungen. Es war ihre Mutter, die ihr riet, dieses Buch zu schreiben.

"Du willst mir helfen, mein Leben zu ändern?", fragte Mom. "Mir geht's gut. Du bist es, die Hilfe braucht. Deine Werte sind total durcheinander geraten.""Mom, ich habe dich neulich in East Village gesehen, wie du im Müll herumgestochert hast." "Tja, in diesem Land wird viel zu viel weggeschmissen, und das ist meine Art von Recycling. ...Wieso hast du micht nicht begrüßt?" "Es war mir einfach zu peinlich, Mom..." "Da siehst du's", sagte sie "Ganz klar. Genau das hab ich gemeint. Du schämst dich viel zu schnell. Dein Vater und ich sind, wie wir sind. Akzeptier das endlich." "Und was soll ich sagen, wenn man mich nach meinen Eltern fragt?" "Sag einfach die Wahrheit", sagte Mom. "Ganz einfach."

 

__________________________________________________________

Hans-Uwe Köhler

Ich dachte immer, ich könnte fliegen.                              Das Leben der Ida Lüth 

Gabal Verlag Offenbach 2009

 

Inhalt: In der Biografie wird das Leben der Ida-Christine Hinrichsen, die nach dem Vornamen ihres Vaters Lütge Hinrichsen Ida Lüth genannt wird, erzählt. "Ich dachte immer, ich sei eine Prinzessin, die fliegen könnte. Ich hatte immer gehofft, dass mein Leben schön werden könnte, wenn ich nur alles Unschöne von mir fernhielte." Dazu gehört, dass sie unbedingt weg von Rodenäs und auf keinen Fall einen Bauern heiraten will. Beides gelingt ihr. Sie heiratet keinen Bauern, hat eine uneheliche Tochter und drei Söhne und sie schafft es bis Bad Pyrmont. Sie arbeitet als Hausgehilfin, Köchin, Haushälterin, Sekretärin und Fremdenführerin. Alles in allem ein ganz erfolgreiches Leben. Aber sie nimmt sich das Leben. Warum?

Einschätzung:  Die Biografie hat ihr Sohn geschrieben. Er hat eine geniale Methode, das Leben seiner Mutter mitzuteilen. Jedes Kapitel beginnt mit einer Jahreszahl. Die Kapitel sind unterschiedlich lang, manchmal nur eine halbe Seite, manchmal auch sehr viel länger. In einem Mix von Erinnerungen, Geschichten, Gedichten, Briefen und Fotografien  formt sich das Leben der Ida Lüth wie ein Puzzle.  Es gelingt dem Autor dieses Leben, das durch Sprachlosigkeit, Unfähigkeit miteinander zu sprechen, Zwänge, Selbstvorwürfe und Missverständnisse geprägt ist, ganz leidenschaftslos zu vermitteln. Wir fühlen die Verletzungen, die Ida Lüth erlitten hat und hinter zur Schau getragener Stärke zu verbergen wusste. Und so ist es nicht nur einer Frau aus Rodenäs, sondern einer ganzen Generation von Frauen ergangen, die die NS-Zeit, den Krieg und die Nachkriegszeit erlebt haben. Ein großartiges Buch!

Biografie: Hans-Uwe L. Köhler ist 1948 geboren. Er  ist ein äußerst erfolgreicher Sachbuchautor, der hier wohl zum ersten Mal in den Bereich der Literatur einsteigt. Sein Buch "Verkaufen ist wie Liebe" ist ein Bestseller. Er ist Kommunikationstrainer, hält Seminare ab, die man im Internet buchen kann.

 ____________________________________________________

Sigrid Undset

Kristin Lavranstochter                                                                                       Der Kranz - Die Frau - Das Kreuz     
Deutscher Bücherbund  Stuttgart o.J. (1920/1921)  
Inhalt 

Im ersten Teil der Trilogie - Der Kranz - werden Kindheit und Jugend Kristins erzählt. Sie wächst behütet als Tochter des wohlhabenden und angesehenen Bauern Lavrans im Gudbrandstal auf. Simon Darre, ein Ritter, wirbt um das attraktive und wohl erzogene Mädchen. Nach der Verlobung geht Kristin für kurze Zeit in ein Kloster. Sie lernt Erlend Nikulaussohn kennen, verliebt sich und beginnt ein Verhältnis mit Ihm Mit Mühe gelingt es ihr Simon zu einem Verzicht auf das Eheversprechen zu bewegen und den Vater zu überreden, in die Ehe mit Erlend einzuwilligen. Zum Zeitpunkt der Hochzeit ist sie bereits schwanger.

                                                                                                            

Der zweite Teil der Trilogie - Die Frau - handelt von Kristins Ehealltag mit Erlend. Sie bringt 7 Söhne zur Welt. Ihrer Tatkraft und Tüchtigkeit ist es zu verdanken, dass der heruntergewirtschaftete Hof ihres Mannes wieder Erträge abwirft. Erlend verstrickt sich in politische Machtkämpfe und gerät wegen Landesverrat in Gefangenschaft. Er verliert sein gesamtes Vermögen, so dass der Familie lediglich das Erbteil Kristins - ihr elterlicher Hof - bleibt.

Hier setzt der dritte Teil der Trilogie - Das Kreuz - ein. Kristin findet sich mit dem sozialen Abstieg zurecht. Erlend dagegen vernachlässigt Hof und Familie, überwirft sich mit Kristin und verlässt sie. Als Kristin erneut von ihm schwanger wird, geht das Gerücht um, sie habe ein außereheliches Verhältnis. Erlend kommt ums Leben, als er seiner Frau im Streit geen ihre Verleumder beistehen will. Die Witwe erfüllt sich ihren Jugendtraum und geht ins Kloster. Dort stirbt sie nach einigen Jahren während einer Pestepidemie.    

Einschätzung

Undset erzählt ein berührendes Frauenschicksal aus dem Mittelalter, eingebettet in einen authentischen, sorgfältig recherchierten   historischen Hintergrund. Kristin Lavranstochter verfängt sich immer wieder in unlösbaren 'Verstrickungen. Die Last kirchlicher Moralvorstellungen, der Zwang gesellschaftlicher Regeln und Sitten erdrücken sie förmlich. Bei aller Aussichtslosigkeit und Ohnmacht gibt es nur wenige Momente, in denen sie frei und glücklich  handeln und leben kann. Bemerkenswert die differenzierte Charakterisierung des Romanpersonals. Neben Kristin besticht  vor allem die gelungene Darstellung der schillernden Persönlichkeit ihres Mannes Erlend, dessen Unbekümmertheit und Gedankenlosigkeit ihn und seine Frau bedrohen. Der Roman ist spannend bis zum Schluss.    

Biografie

1882 in Kalundborg, Dänemark, geboren. 1884 zog die Familie nach Oslo. Durch den frühen Tod des Vaters brach sie ihre Schulbildung ab, heiratete den Maler W.C. Svarstad in Lillehammer. Sie arbeitete als Büro angestellte und freie Schriftstellerin. 1940 floh sie in die USA nach der deutschen Besetzung Norwegens und engagierte sich gegen den Nationalsozialismus. Sie starb 1949 in Lillehammer. Hauptthema ihres Werkes: Stellung der Frau im täglichen Leben