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Susanne Zabel

 

Visuelle Poesie

Eröffnung: Donnerstag 14. Dezember   18 Uhr

Ausstellung vom 15. Dez. 2017 bis 15. Febr. 2018

Zollhaus Norddeich 3 Rodenäs Fr Sa So von 14-17 Uhr

Eintritt frei

 

 

Biografie
1954 geb. in Düsseldorf
Ab 1973 Studium für das Lehramt an Gymnasien – Kunsterziehung und Freie Kunst -
in Hamburg, bei Franz Ehrhard Walther und Gerhard Rühm
Längerer Arbeitsaufenthalt in Rom
Langjährige Tätigkeit als Studienrätin für Kunst in Hannover
Lebt seit 2011 in Rodenäs
Arbeiten 
Susanne Zabels Arbeiten, die hier in unseren Räumen zu sehen sind, lassen sich in drei Gruppen einteilen.
1.    pastellfarbene „Rombilder“
2.    zum Teil sehr farbenfreudige Bilder, in denen visuelle und sprachliche Elemente miteinander korrespondieren und Aquarelle
3.    „Erinnerungstexte“ und Collagen aus ihrer Kindheit in Düsseldorf, die der gegenwärtigen Situation vor Ort gegenübergestellt werden.
Alle drei Schwerpunkte zeichnen sich durch eine große Vielfalt im Umgang mit Materialien und Techniken aus.
Rombilder deshalb, weil sie während eines längeren Romaufenthaltes gemalt wurden. Die Motive: Türen, Fenster und Stühle vor in typisch südländischem rotbraunem Ton gehaltenem Gemäuer. Als Bildgrund verwendet sie u.a. die Rückseite einer Hartfaserplatte, die Pastellfarben werden als eine Art Netz in verschiedenen Farbtönen auf den Malgrund gezeichnet. So entsteht eine sehr differenzierte und interessante Farbfläche. Aus dieser leuchten das Blau, das Violett, das Grün der Motive hervor. Die Künstlerin vermittelt ihre Faszination alter Gemäuer in Rom, der Betrachter empfindet den morbiden Charme des Vergangenen. 
Einen Gegensatz dazu bilden die farbigen und auf den ersten Blick spielerisch wirkenden Collagen. Auch hier interessant der Mal- bzw. Bildgrund, häufig vorgefertigtes blassfarbig gemustertes Papier. Darauf kombiniert sie vorgefundenes Alltagspapier wie z. B. Zeitungen, Packpapier, Tortenspitzen  sowie Farbe und lesbares Textmaterial in unterschiedlicher Buchstabengröße und Schriftart wahrscheinlich auf einer Schreibmaschine (kein Computer) getippt oder ausgeschnitten aus Illustrierten oder Zeitung. Diese Texte fordern nur bedingt zur Lektüre auf. Zunächst handelt es sich um Bildmaterial wie Farbe oder Zeichnung. Manches Gedruckte steht ohnehin auf dem Kopf. Alles fügt sich in eine stimmige Bildkomposition. Der Betrachter ist aber meist neugierig und möchte doch gerne lesen, was da steht. Bitte: Er liest Lustiges, Verrücktes, Ernstes… aber keine Bilderklärung. In diesen Collagen spielt die Künstlerin mit gestalterischen Mitteln, mit Farben und Formen, Oberflächen, Dingen, Fundstücken, Schriften und Worten. 
Ganz anders die Collagen der „Erinnerungstexte“ aus ihrer Kindheit in Düsseldorf, die der gegenwärtigen Situation vor Ort gegenübergestellt werden. Die Texte sind handgeschrieben und eher persönlich. Da ist von Salinos Lakritzenschnecken die Rede und es gibt eingearbeitete Schwarz/Weiß Fotografien. In einer seriellen Montage sieht man gleich viermal ein kleines Kind an der Hand eines Erwachsenen von hinten. Die Abbildung eines Stopfgarns signalisiert Erinnerungen. Auch hier ein sorgfältiger Umgang mit Papieren, auf einem Blatt mehrere Schichten übereinander. Was für ein Papierlager muss Susanne Zabel haben. 
Der Titel der Ausstellung heißt „Visuelle Poesie“. Damit ist nicht nur der Hinweis auf die Durchdringung von visuellen und sprachlichen Elementen, die Dialektik von Text und Bild gemeint, sondern auch der poetische Stimmungsgehalt aller hier ausgestellten Arbeiten. 
Rodenäs 14. Dezember                               Barbara Schmidt-Tychsen

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Sammlung Arend Bertzbach III

Originalgrafiken

Horst Janssen

Dauer der Ausstellung: 12. Okt. – 10. Dez. 2017

Fr Sa So von 14 – 18 Uhr

Zollhaus  Norddeich 3  Rodenäs

Eintritt frei

 

 

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„Nichts wird verschwendet“

Anthony Stevens

Ausstellung vom 11. August  bis 1. Oktober 2017 

Eröffnung  Donnerstag   10. August   18 Uhr

Zollhaus Norddeich 3 Rodenäs Do Fr Sa So von 14-18 Uhr

 

NOTHING IS WASTED     Nichts wird verschwendet. Mit diesen Worten manifestiert Anthony Stevens den Wesenskern seiner künstlerischen Arbeit. Ausrangierte Textilien und Stoffe, die anderen wertlos erscheinen und die sie achtlos entsorgen, nden die Aufmerksamkeit des autodidaktischen Künstlers, der 1978 in Birmingham in England geboren wurde. Unifarben oder gestreift oder sonst wie gemustert, ausgefranzt und mit Gebrauchsspuren behaftet - in jedem noch so unscheinbaren Fetzen schlummert gestalterisches Potential. Der kreative Blick auf die Möglichkeit einer Weiter- und Wiederverwendung stimmt überein mit der Wirklichkeitserfahrung des Künstlers: „Wie im gelebten Leben ist dies manchmal ein mühevoller und frustrierender Prozess, aber am Ende empfinde ich Freude und Befriedigung mit dem Ergebnis“. Die Leidenschaft des Sammelns ist für Anthony Stevens nur der erste Schritt zum Bildwerk, das an der Schnittstelle zwischen angewandter und freier Kunst angesiedelt ist. Denn zum kreativen Umgang mit textilen Materialien gehört der Einsatz von Farben und gedrucktem Fotomaterial, das auf das grob zusammengenähte Patchwork des textilen Bildträgers appliziert wird, vor allem aber von Nadel und Faden, die er wie einen Zeichenstift handhabt. Da sind zum einen die wiederkehrenden bildnerische Kürzel - etwa ein gekrönter Vogel oder ein zähnefletschender Hund, ein TV-Bildschirm oder Gestirne - und immer wieder Knochen und männliche Geschlechtsteile. Zum anderen sind es sprachliche Elemente. Wie die gegenständlichen Grund- und Konturlinien verteilen sich Worte und Sätze in handgesteppten Stichen über den ganzen Bildgrund. ln ihnen drückt sich die medien-, konsum- und gesellschaftskritische Grundhaltung des Künstlers aus. Nicht selten geschieht dies mit einem ironischen Augenzwinkern, doch stets ernsthaft, ja betroffen und der eigenen Lebenserfahrung zugehörig. ln seiner Muttersprache fordert uns Anthony Stevens dazu auf, ihn in seinen Bilderwerken wiederzufinden. Er sucht die Zwiesprache mit den Betrachtern im wörtlichen Sinn. Die stete Suche nach individuellem Ausdruck erscheint zuweilen ursprünglich, zuweilen reflektiert. Stets aber umfängt sie der Charme des Unperfekten, in der sich die lnnenwelt dieses Outsiders mitteilt.                      Hansdieter Erbsmehl

 

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Thurid Pörksen

"Kunst im Leben"

Eröffnung Dienstag   23. Mai   18 Uhr

Ausstellung vom 24. Mai bis 30. Juli 2017

Zollhaus   Norddeich 3   Rodenäs 

 Do Fr Sa So von 14-18 Uhr

Eintritt frei

Thurid Pörksen

Thurid Pörksen, geb. 1945, war 16, als sie 1961 ihre Schwester Christine malte – das älteste Bild in dieser Ausstellung, das jüngste Bild, gemalt 2017, zeigt ihren Enkel. Ihr ganzes Leben lang bis heute hat Thurid Pörksen kontinuierlich gemalt. Sie hat in verschiedenen Techniken gearbeitet – Öl, Collage, Holz- und Linoldruck, Mischtechnik –hatte aber etwas Angst vor neuen Techniken. Sie hat nie ein Atelier gehabt, fand und findet aber in jeder Ecke Möglichkeit zu malen, und sie packt ggf. die Malsachen ins Auto, um draußen in der Natur fern ab vom Trubel zu arbeiten.

Wie kam es überhaupt dazu, dass sie kontinuierlich und stetig malte und malt?

Die Antwort ist für jeden der die wortgewandte Thurid Pörksen kennt, eine große Überraschung. Sie drückt mit der Malerei aus, was schwer zu sagen ist. Ihre Mutter, erzählt sie, war sehr bestimmend und ließ ihr wenig Zeit für Überlegung und für Entscheidung. Aufgaben, die sie Thurid gab, erledigte ihre Mutter lieber schnell selbst. Sie wartete nicht, bis Thurid so weit war. Das führte dazu, dass Thurid wenig sprach. Alles geschah ja auch ohne, dass sie gehört wurde. 

Als sie als dreijährige mit ihrer Mutter in einem Zug nach Dänemark fuhr, saßen Dänen in ihrem Abteil, die auf die Deutschen schimpften. Als Thurid irgendetwas auf Deutsch sagte, warf ihre Mutter ihren schweren Mantel über Thurid, die im Dunkel darunter verschwand: „Du darfst jetzt nicht sprechen“. Das schüchterte Thurid ein, sie fühlte die Bedrohung, die sie auch im Traum verfolgte. Jahrzehnte glaubte Thurid, ihre Mutter habe sie umbringen wollen. Erst 60 Jahre später erklärte ihre Mutter, was eigentlich los war. Als sie 14 war, hörte sie eine Stimme, die ihr riet: „Mal doch mal.“. Noch während ihres Studiums bekam sie Panikattacken wenn sie reden sollte, sie hatte deshalb immense Examensängste. 

Bei der Betrachtung der Bilder und Plakatentwürfe zieht das Leben von Thurid Pörksen an uns vorbei.

Am Anfang stehen Bilder um die Familie herum. Viele Kinderbilder stammen aus den 70er Jahren, als sie in Berlin Philosophie und Pädagogik studierte und in Westberlin mit beeinträchtigten Jugendlichen arbeitete. In dieser turbulenten, auch politisch aufgeheizten Zeit wohnte sie mit Ihren 2 Kindern und mit ihrer Schwester zusammen. Studium, politische und gesellschaftliche Arbeit ließen ihr für die Malerei wenig Zeit. Ab und zu bekam sie „frei“, durfte sich für „eine Tankfüllung“ lang entfernen. Sie unternahm Ausflüge in die Umgebung von Berlin. Wenn sie Kinder mithatte, erfand sie Tricks, sie zu beschäftigen. Band z. B. einen Stein an die Angel, so dass sie vergeblich warteten, dass ein Fisch anbiss.

Den farbigen Kinderbildern stehen zwei graue Berliner Stadtlandschaften gegenüber. Aus dem Jahr 1979 stammt das Selbstbildnis „Lesende Frau am Fenster.

In den 80er Jahren steht die politische Arbeit im Vordergrund.

Thurid Pörksen entwarf phantasievoll gestaltete politische Plakate. mit stimmigen, einprägsamen Slogans. Das Plakat „Das alte Europa hat einen Vogel“ nimmt Bezug auf die Weigerung europäischer Staaten sich am Irakkrieg zu beteiligen. Das führte in der Weltöffentlichkeit zu dem Urteil „Das alte Europa hat einen Vogel“. Auf dem Plakat ist dieser Vogel eine Friedenstaube. „Mit Tränen säen“ heißt ein Plakat (1985) für den Kirchentag von unten im Ruhrgebiet. Die heutigen Interpretationen der Bibel wurden dort kritisch hinterfragt. 1986 entstand ein Plakat der evangelischen Studentengemeinde, das auf vielen Bahnhöfen zu sehen war. Die rote Figur steht für die rote politische Gesinnung, die lila Fahne für das  friedliche Bestreben der Kirche. Auf einem Plakat zum Ostermarsch (1990) tragen die abgebildeten Hasen aus der Häschenschule auf ihrem Ranzen politische Symbole.

Aufgrund eines Besuches des Freiheitskämpfers Bischof Tutu aus Südafrika in der Petri Kirche in Hamburg. entsteht eine monumentale Hommage.

In unserem Titelbild „Frauke strickt die Zukunft“ porträtiert sie eine gute Freundin, die einen Pullover strickt. Aus dem roten Pullover wird mit dem Pinsel der Malerin unversehens eine lange rote Fahne. Und im Hintergrund kommentiert ihre Mutter – die hutzelige chinesische Maske - skeptisch das Geschehen.

Ihre politische Einstellung  wird eindrucksvoll in der Collage „Die Sprache der Fische“ (2011) deutlich. Hilflos schwimmen Fische, gefangen, als wären sie in einem giftigen  Aquarium. Sie drücken so das stumme Entsetzen über das Reaktorunglück in Fukushima aus.

Durchgehend durch die Jahre gibt es Bilder, die Thurid Pörksens Verbundenheit mit der nordfriesichen Landschaft und Kultur zeigen.

Zu den impressionistisch anmutenden Bäumen (1967/68), inspirierte sie die Lektüre der Deutschstunde von Siegried Lenz. Auf einer Fahrt mit Freundin Frauke die Nordsee hoch, die Ostsee hinunter entstehen streifige Landschaften (1978) am Limfjord Mørs. Es gibt sorglose Motive – Mühle in Dänemark (1978) Bleichrasen (1980), Ganz überraschend für ihren Umgang mit Farben sind die grauen Gestalten (2014) die nach einem Todesfall in der Familie entstanden.

Kunst im Leben heißt unsere Ausstellung. Spontan oder nachdenklich greift sie alles auf, was sie umgibt. So vielfältig wie das Leben sind Thurid Pörksens Bilder. 

 

Biografie

24. 9. 1945 geb. in Hamburg

in Kiel, Berlin und Hamburg studiert

Theologie, Philosophie und Pädagogik

fünf Jahre in West-Berlin mit behinderten Jugendlichen gearbeitet

drei Jahre als Sekretärin der Initiative gegen Berufsverbote gearbeitet

später ähnliche Arbeit bei „Christen für Abrüstung“ (Krefelder Appell)

16 Jahre Pastorin in Sassnitz

5 Jahre Pastorin auf Lanzarote und Fuerteventura

seit 2012 in Ruhe in Rodenäs und von da ab bei Bedarf auf Amrum „reaktiviert“.

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Wolfgang Bruhn

Dioramen - Realistische Darstellungen aus der Welt der Autos, Motorräder, Reparaturwerkstätten, Tankstellen

 

18. März   bis   14. Mai 2017

Zollhaus Norddeich 3 Rodenäs

Do Fr Sa So von 14 - 18 Uhr

Eintritt frei

 In der Ausstellung sind ca. 20 Dioramen, das sind dreidimensionale Schaubilder in unterschiedlichen Größen, zu sehen

 Wolfgang Bruhn, Jahrgang 1963, gebürtiger Hamburger, lebt seit 12 Jahren in Silberstedt. Schon im Alter von 5 Jahren zeigte sich seine Vorliebe und Begabung für Arbei-ten an kleinen filigranen Objekten. Es entstanden erste kleine Modelle. Am liebsten wäre Wolfgang Bruhn Goldschmied geworden. Es kam anders, er erlernte den Beruf des Mechanikers. Im In- und Ausland hat er Erfahrungen auf diesem Gebiet gesam-melt. Jetzt ist er als selbstständiger, gefragter Mechaniker tätig

 Seine Freude und Leidenschaft für die kleine Welt der Modelle und die Modelbaukunst erhielt er sich und taucht in jeder freien Minute in diese Parallelwelt ein. Wiederholte ausgedehnte Reisen durch die Vereinigten Staaten brachten ihm eine Fülle von Anregungen für seine Arbeiten. Seine Dioramen von typisch amerikanischen Tankstellen an den Highways, die wir aus unzähligen road movies kennen, erinnern uns an die spannenden Ereignisse, die sich dort abspielen.

 Bruhn schafft es, uns hinzuführen in seine eigenen Inszenierungen um die Welt des Autos. Man kann das Öl, das Benzin, die Abgaswolke, wenn der Motor ausprobiert wird und den Zigarettenrauch der Arbeiter riechen.

Seine Modellautos sind nicht Heiligtümer in Glasschränken. er macht sie zu Objekten, die eine Biografie haben. Er sägt und raspelt, schleift und biegt an ihnen. Er altert sie. er beschädigt sie, macht sie reparaturwürdig, er bemalt sie rostig. Diese Autos haben große Fahrten, Belastungen, Abenteuer hinter sich. Sie sind geliebt worden, sie sind gealtert.

 Damit der Betrachter in die kleine Welt der Modellautos einsteigen kann, wird ihnen das passende Ambiente gebaut: eine Werkstatt, eine Reparaturklitsche, ein Schrottplatz, ein Hinterhof, ein Parkplatz. Und auch in dieser verkleinerten Umgebung muss alles stimmen: der Ofen aus einem Ölfass gebaut, Werkzeuge, die herumliegen, triefen von Öl, Eingeweide des Motors, sorgsam und funktional sortiert, Schraubenschlüssel, zwei Hämmer.

 Man kann das Öl, das Benzin, die Abgaswolke, wenn der Motor ausprobiert wird und den Zigarettenrauch der Schrauber riechen.

 Es ist eine nostalgische Welt, in die wir eintauchen. Bruhn schafft es die sterbenden Autos in eine Szenerie zu versetzen, als könnte man sie wieder zum Leben erwecken.

 Großartig die Wände mit den Werbetafeln für Autos und Autozubehör, schöne Kalender-girls, Ölsorten und Bier. Bruhn hat auch das Mobiliar im Griff: Tanksäulen, Werkzeugschränke, Cola-Automaten. Bruhn - ein Perfektionist bis ins Detail. Das macht die Faszination der kleinen Welten in den Dioramen aus.

 Er hält eine Autokultur lebendig, die dem Menschen noch die Idee gab, er sei Herr der Dinge, er könne der Schrauber und der Former sein, der alles machen kann, der das Auto noch im Griff hat. Das ist mittlerweile vorbei im Zeitalter des Kontrollfiepens, wenn der Gurt nicht geschlossen ist, Fenster, Türen, Kofferraum sich automatisch öffnen und schließen. Wir starten gerade in das Zeitalter der selbstfahrenden Autos. Bruhn ist noch Herr der Dinge. Seine Leidenschaft für die kleine Welt der Modelle erfüllt nicht nur ihn, sondern auch sein Silberstedter Haus vom Keller bis zum Dachboden – ein unbeschreibliches Sammelsurium von Kleinteilen, Modellautos, winzigen Werkzeugen, Lötkolben und Gussformen, etc. Woher hat er nur die vielen kleinen Werbe- und Hinweistafeln.

 Wolfgang Bruhns Dioramen, die mit der größten technischen Genauigkeit und Akuratesse ausgeführt sind, spiegeln künstlerische Impressionen von typischen Arbeitssituationen aus dem Kosmos der automobilen Welt wieder.

Barbara Schmidt-Tychsen

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       Illustrationen

dramatische, berührende, überraschende, witzige 

von bekannten, von unbekannten, von anonymen Künstlern

 

zu Benimm-und Sachbüchern, zu Heldensagen, zur Edda

zu  Goethe, Defoe, Shakespeare, Jules Verne, Boccaccio, u.a.

 

quer durch die Jahrhunderte

13. November 2016 bis 30. Januar 2017

Zollhaus,  Norddeich 3,  Rodenäs

Die Ausstellung ist geöffnet Fr Sa So von 14 - 18 Uhr

 

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Ausstellung

 Sammlung Arend Bertzbach II

Originalgrafiken von:   Vieira da Silva,    Lucio del Pezzo,   A.P. Weber, Jan Voss,   Bargheer,  André Thomkins,   Ernst Barlach, Hans Mayboden,  René Bertholo   u.a.

Der Erlös vom Verkauf der Grafiken

wird für die Flüchtlingshilfe gespendet

Dauer der Ausstellung: 5. Mai – 5. Juli  2016 

Do Fr Sa So von 14 – 18 Uhr

Zollhaus      Norddeich 3      Rodenäs      Eintritt frei

Lucio del Pezzo
Irene Thiele- Peschick
Lourdes Castro
Otto Thomsen
Hans Mayboden
Ernst Barlach
Paul Weber

 

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Ausstellung

Sammlung Arend Bertzbach

Originalgrafiken von: Peter Ackermann, Karel Appel, Jean Arp, Marc Brusse,  Corneille, Sonia Delaunay, Anneliese Guttenberger, Hsiao Chin, Reinier Lucassen, Emil Schumacher, Kees Spermon, Ruud van der Wint, Jan Voss, Paul Wunderlich u.a.

Dauer der Ausstellung: 15. Januar – 17. April  2016

                                  geöffnet: l Do Fr Sa So von 14 – 18 Uhr                                        Zollhaus      Norddeich 3      Rodenäs      Eintritt frei

Der Erlös vom Verkauf der Grafiken

wird für die Flüchtlingshilfe gespendet

Ruud van de Wint
Sonia Delaunay
Reinier Lucassen
Roger Vieillard
Ferdinand Springer
Van den Eerenbeemt

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Ausstellung

Maria Philipp

Malerei

Eröffnung: Sonntag, den 27. September  11 Uhr

Dauer der Ausstellung: 27. September – Ende Dezember 2015 

geöffnet:   Okt. Do Fr Sa So,   Nov. Fr Sa So von 14 – 18 Uhr

Zollhaus   Norddeich 3   Rodenäs 

Eintritt frei


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Ausstellung

ZU  ZWEIT

Fotografien von Ellen Ellrodt-Schmähl

Dauer der Ausstellung:  21. Juni – 23. August 2015

 Öffnungszeiten: Mi Do Fr Sa So von 14 - 18 Uhr

Eröffnung:  Sonntag, den 21. Juni  11 Uhr 

Zollhaus  Norddeich 3  Rodenäs

Eintritt frei

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A u s s t e l l u n g

Gertrud Nordmann

(Jahrgang 1916)

Gertrud Nordmann war ihr ganzes Leben lang auf vielen Gebieten künstlerisch tätig:   sie hat gezeichnet, gemalt, geschnitten, getöpfert, gestickt und gestrickt. Sie begann   als Vierjährige und arbeitet bis heute. Wir zeigen eine Auswahl ihrer Bilder und 99 gestrickte Topflappen.

Dauer der Ausstellung: 12. April – 14. Juni 2015  

Eröffnung:  Sonntag, den 12. April  11 Uhr

Zollhaus  Norddeich 3  Rodenäs

Eintritt frei

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Rosemary Jarman

80 SEQUENZEN von A bis Z

Malerei

Eröffnung: Samstag 6. Dez. 2014, 11 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Dauer der Ausstellung: 7. Dez. 2014  bis  29. März 2015

Fr – So 14 – 18 Uhr

 

 

Rosemary Jarman:

80 SEQUENZEN von A bis Z

Die Künstlerin

Rosemary Jarman wurde 1952 in England geboren. 1973 kam sie nach Berlin und studierte bis 1980 an der Hochschule der bildenden Künste, wo sie zuletzt Meisterschülerin von Hann Trier (1915 – 1999) war. Seit 1980 ist sie auf Einzel- und Gruppenausstellungen vertreten, die sie, neben Berlin, in verschiedene Orte der Bundesrepublik Deutschland, aber auch nach Brüssel, Kobe und Tokio in Japan und nach Italien führten. Ein Reisestipendium in die Türkei wurde 1990 vom Berliner Senator für kulturelle Angelegenheiten ausgesprochen.

Jarman gründet 1984 mit anderen Künstlern – Gudrun Hillmann, Jürgen Reichert, Christian Schneider, Rainhard Haverkamp - die Gruppe und Galerie KARO in der Pfalzburger Straße in Wilmersdorf, die als Selbsthilfe- und Künstlergalerie bis 1989 besteht. Es ist die große Zeit der Autorengalerien in West-Berlin.

Über KARO entstehen unkonventionelle Projekte an ungewöhnlichen Orten. Diese Intention wird Rosemary Jarman bis heute begleiten. Ebenso, wie ihre Liebe zum Quadrat.

1987 wird Jarman Mitglied der Künstlergruppe SIEBEN 87.

1992 übernimmt sie die Konzeption und Leitung des Ost-West-Projektes KONVERGENZEN.

Es entstehen Projekte, unter anderem die Reihe REFERENZEN, in denen sich die Künstlerinnen untereinander zum künstlerisch korrespondierenden Partner nehmen.

 Zehn Jahre – von 1991 bis 2001 - binden sich die Künstlerinnen  NOrd, NOël und JArman  aneinander und nennen die Kulmination ihrer künstlerischen Dialoge NO NO JA.

In den Jahren bis 2004 sind es immer wieder konzeptionelle Auseinandersetzungen, die Jarman herausfordern, sich an unterschiedlichen Orten mit ihren Arbeiten einzubringen und im Dialog auf unterschiedliche Gegebenheiten - sowohl räumlich, als auch inhaltlich - künstlerisch zu reagieren. 

In den folgenden Jahren zieht die Künstlerin sich in puncto Mitwirkung und Beteiligung an Ausstellungen zurück. Es ist die Zeit einer mehr familiären Ausrichtung des Lebens. Die Kinder – 1989 Tochter Helen, 1992 die Zwillinge George und Claire – wachsen auf und werden erwachsen!

Doch das Atelier im Haus existiert weiter! Außergewöhnliche Projekte bieten der Künstlerin nach wie vor Herausforderungen – wenn auch in größeren Abständen, wie 2010 die Raumistallation in der Temporären Galerie G.

Es folgt im Sommer 2014 in der Berliner Galerie ABAKUS die Rauminstallation „SEQUENZEN“. Die Erweiterung um 34 neue Bilder zu NEUEN SEQUENZEN führt in die Räume der KULTURSTATION  ZOLLHAUS  RODENÄS. Dort entsteht  eine weitere Rauminstallation, die wieder das künstlerische Ziel Jarmans im Kern trifft: die Interaktion der Kunst mit dem Raum.

Von Galerie  ABAKUS zum ZOLLHAUS ergeben sich NEUE SEQUENZEN von A bis Z.

Handschrift

Rosemary Jarman ist erneut da – kraftvoll und prägnant. Die neuen Arbeiten beweisen eine starke künstlerische Präsenz. Unverkennbar ist die vertraute Handschrift: Quadrate, Quadratfolgen, Farbquadrate,  geometrische Marken, eigenständig Kalligrafisches.

Ihre so manchem zunächst konstruktivistisch erscheinende Kunst, sieht die Künstlerin keinesfalls so, sondern versteht sie als prozesshafte Schaffensform. Im Verlauf des malerischen Prozesses – in dem noch lange nicht klar ist, wie sich das Ergebnis zeigen wird - findet erst ganz zuletzt und dann Ausschlag gebend, die innere künstlerische Vereinbarung statt.

Jedes Werk ist ein Experiment mit sich selbst. Format und Farbe unterliegen freiwillig auferlegten Einschränkungen, um im teilweise Seriellen bestimmte Wirkungen zu untersuchen. Der schichtweise Farbauftrag und das Spiel mit warm-kalten und hell-dunklen Farbkontrasten schafft  Räumlichkeit und wird unterstützt durch die Kombination geometrischer Formen und Raster und kalligrafischen malerischen Elementen.

Nach ihren eigenen Angaben sind es immer wiederkehrende Interessen, die Rosemary Jarmans Umsetzungen in ihre eigene Malerei beeinflussen: Islamische Keramik, Japanische Kalligrafie, Freskomaler der Frührenaissance wie Piero della Francesca, sowie alle Maler die Lichteffekte untersucht haben. Ein bestimmte Farbpalette und Lieblingsfarben im Bereich erdiger Grüntöne ergaben sich. Die Farben werden nicht auf der Palette gemischt, sondern durch Neben- und Übereinandermalen. Sie gewinnen dadurch Körperhaftigkeit und „Oberflächen-Sinnlichkeit“.

 

Die Konklusion

Was verbindet die Kunst Rosemary Jarmans mit einem Ort? Mehrfach ist in ihrem Werk die Auseinandersetzung mit Räumen und Orten zu finden. Immer wieder in der Vergangenheit entwickelte sie spontane Beziehungen oder Installationen für besondere oder außergewöhnliche Orte. Das Unerwartete kommt zum Vorschein und führt zu einer Überhöhung des Ortes durch die Kunstwerke – eine neue Magie entsteht. 

So war es am S-Bahnhof Humboldthain und später am S-Bahnhof Westend – noch bevor man ahnen konnte, wie es hier wenige Jahre später aussehen würde. Damals am Rande der westberliner Welt, fast gänzlich unbelebt, entstanden Kunstbahnhöfe. Aber auch das gab es: Räume einer ehemaliger Bäckerei in einem heute nicht mehr existierenden Altbau in Kreuzberg, mutierten zu Kunsträumen. Rosemary Jarmans  Kunst tritt immer wieder in einen Dialog mit ungewohnten Orten.

Spröde Räumlichkeiten bieten Möglichkeiten der Installation und inhaltlichen Auseinandersetzung. 2010 ist es eine herunter gekommene Wohnung in Schöneberg, die zwischen zwei Nutzungen frei steht: die Temporäre Galerie G. Die Wände atmen noch die über 50jährige Bewohnung des letzten  Mieters, Jarmans Bilder öffnen den Blick in verborgene Dimensionen der Wände: ZEITRÄUME – ZEITORTE war Dialog in einem temporären Kunstraum.

Der Ort  KULTURSTATION  ZOLLHAUS

Wir stehen inmitten eines künstlerischen Gefüges, einer Rauminstallation.  80 malerische Quadrate lösen die Wände auf, sie durchlöchern mit ihrer eigenwilligen Struktur die architektonischen Gegebenheiten. Zeigt der Raum nicht eine neue, bisher  ungekannte Entgrenzung? Ist das Statische der Begrenzung durchlässig geworden?

Querverweise in Form und Farbe durchziehen die Räume - neue Dimensionen öffnen sich. Ist wirklich die Flächigkeit betont, wie man zunächst meint? Das einheitliche Format 30 x 30 der niemals gerahmten Arbeiten erzielt Beziehungen über weiße Zwischenräume der Wand. So schafft Jarman Raumsituationen durch ihre Malerei.

„Ist der Betrachter bereit, diese Zusammenhänge zu sehen, hat er damit den Raum, in dem er sich selbst befindet, bereits in die Welt des Werkes mit einbezogen. Eine Vermischung von malerischem und realem Raum findet statt.“

Aber mehr noch findet statt: Der Raum gebiert eine weitere Dimension  –  das „Dahinter“ der Bilder. Wenn man genau hinschaut  ist sie da: die Mehrdimensionalität.  Das Stabile, Feste im Vordergrund? Das Bewegte im Hintergrund? Oder umgekehrt? Das Bild ist Bild plus Bild hinter dem Bild. Ebenen des Davor und Dahinter lassen die Wände dreidimensional und pulsierend erscheinen.

Wir erinnern: Die Polarisierung im Schaffensprozess bleibt zunächst unentschieden, bis sich Kalkül und Zufälligkeit im gewünschten Ergebnis und einer Vereinbarung vollenden. Die Kunst und die Wand werden Metapher des Durchbruchs durch das Materielle in das Atmosphärische, die Wahrnehmung von negativem Raum. 

Ein Spiel von Rastern, Ornamenten, Farben, Gemeinsamkeiten und Gegensätzen entsteht. Was ist eine Einheit, wo sind Kontraste, wo gibt es Grenzen? Das Einzelne ist Unikat und kann doch Teil von Reihungen und spannungsvollen Sequenzen sein. Gelingt eine Umwandlung des ästhetischen Gefüges zu gedachten neuen Einheiten? Welches sind die gewünschten Fixpunkte – die Fixsterne am Firmament der Wände?

ALLES IST IM FLUSS UND DENNOCH BLEIBEN DIE ÄSTHETISCHEN KOORDINATEN STABIL. DIE RAUMINSTALLATION BEWÄHRT SICH IN IHRER KÜNSTLERISCHEN KRAFT.

Sibylle Einholz   

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 Marianne Eberlein

Biografie in Bildern

Dazu liest Marianne Eberlein aus ihrer Biografie

 

Eröffnung:  5. Oktober 2014, 11 Uhr

5. Oktober bis 30. November 2014

Fr – So 14 bis 18 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3

Wichtiges Gespräch mit Vater
Die Zuschauerin
Auf der Schaukel und Kletterstange
Nachtwachtspiel
Das Schweigen der Eltern

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Kunstplakate

53 Plakate des Kunstvereins Niebüll, die einen vollständigen Überblick über sämtliche Ausstellungen seit 1986 geben.

17 Plakate der Kestner Gesellschaft und des Kunstvereins Hamburg aus den Jahren 1948 – 69, u.a. Nolde, Marcks, Gilles, Moore, Modersohn-Becker, Münter, Picasso, Heckel, Nesch, Gotsch, Feininger, Chagall

Plakate – für  Kunstinteressierte immer ein Hingucker – Plakate, die uns über Kunstausstellungen informieren und die oftmals darüber entscheiden, ob wir uns gerade diese Ausstellung ansehen wollen oder nicht. Doch Plakate als Exponate einer Ausstellung? Allerdings! Zum einen, wenn es sich bei diesen Plakaten um wahre Schätze handelt – dann staunen wir und stehen ergriffen vor einem Nolde-Plakat von 1948. Zum anderen, wenn sie zur Geschichte unserer Region, der Stadt Niebüll und des Haizmann Museums gehören – dann staunen wir über  die Fülle und die gestalterische Vielfältigkeit.

Eröffnung der Ausstellung 13. Juli 11 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Dauer der Ausstellung

14. Juli – 28. September 2014  Do-So 14 – 18 Uhr

Eintritt frei

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Ausstellung

Helga Herzog

zeigt Beispiele aus ihrer Arbeit als Modedesignerin       und als Kostümbildnerin in 3 Jahrzehnten

16. März bis 25. Mai 2014

verlängert bis 22. Juni

Eintritt frei
Die Ausstellung ist geöffnet Do Fr Sa So

 

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Ausstellung

 Gerda-Maria Raschke

Recycling-Art, Collagen und Objekte

Eröffnung 8. Dezember 2013, 11 Uhr
Zollhaus,  Norddeich 3,  Rodenäs
Die Ausstellung ist geöffnet  vom 8. Dez. 2013 – 2. März 2014
Fr Sa So von 14 bis 18 Uhr
Eintritt frei

  

 

Gedanken zur Ausstellung von Gerda-Maria Raschke

Kämme, Zollstöcke, Sandpapierscheiben, Schleifpapier, Pinsel, Siebe, Kartoffel- und Zitronennetze, Kochlöffel, Rechner, Türgriffe, Zahnarztgeräte, Eisenbeschläge, Puppenschuhe, Stroh, Tüll, Leder …  Es ist müßig, Ordnung in die Ansammlung von Materialien zu bringen, die Gerda-Maria Raschke  verarbeitet. Sie nimmt alles, was ihr in die Finger kommt, unterschiedlichste Materialien, alles, was nicht mehr gebraucht wird. Es gibt nichts, was sich nicht eignen könnte für ihre Skulpturenkomposition, wenn es sinnvoll und stimmig eingearbeitet werden kann.
Man könnte sagen, es entsteht eine intelligente Verwertung von  ausgedientem, weggeworfenem und  aussortiertem Material: Hampelmänner, Hampelfrauen. Solide Kerle und freche Frauen robust verarbeitet.
Aber Hampelmänner und –frauen  der besonderen Art. Das spielerische  Hampelmann-Prinzip bleibt erhalten. Jeder will mal an dem Fädchen ziehen, und damit hat sie uns am Faden. Zieht man an der Strippe, bewegen sich Arme und Beine, die Beine allerdings nicht zur Seite, sondern überraschend nach vorne. Sie treten den Ziehenden. Die Künstlerin nimmt uns aufs Korn. Der Betrachter fühlt sich in jeder Skulptur erwischt. Er sieht den Kamm, den er erst kürzlich wegwarf, plötzlich als Arm wieder, oder den Küchendrahtschwamm unter den Röcken einer Hampelfrau als Schamhaar. Und die vielen verklebten Pinsel. Lohnt sich nicht mehr, die zu reinigen, weg damit!
Das alles ohne erhobenen Zeigefinger, sondern verspielt, lustvoll. Und diese Lust teilt sich dem Betrachter mit. Wir sind verblüfft, erfreut und nachdenklich. Gerda-Maria Raschke knüpft  an ein bekanntes Spielzeug an, verfremdet es, einmal  in der Funktion und zum anderen durch den Einsatz ihrer ungewöhnlichen  Materialien. Seit etwa 2004 schafft die Künstlerin diese mobilen Objekte die  aus Müllabfällen und Alltagsgegenständen spielerisch verarbeitet werden.
Parallel dazu entstehen die Collagen, die in einem zeitauf-wändigen Verfahren in vielen Arbeitsgängen entstehen. Die Bildträger ihrer Porträt-Collagen sind Pappe, auf die Stoffe aufgeklebt werden als Ausgangspunkt für die weitere Verarbeitung in zahlreichen Techniken – Farbe gemalt, gespritzt oder gewischt, Schablonieren, Ritzen Kleben, etc… Die Ebenen von Gemaltem und Stofflichem sind oft auf den ersten Blick nicht zu unter-scheiden. Da muss man schon genau hinsehen. Ein perfekter Bildaufbau sowie dosierte, in Nuancen abgestimmte Farbigkeit verrät die erfahrene  Künstlerin, die mit der Fläche umzugehen versteht.
Gerda-Maria Raschke absolvierte eine Ausbildung an der Werkkunstschule in Hamburg im Fach Dekoration und studierte an der Hochschule für Bildende Künste in Hamburg bei den Professoren Willem Grimm und dem Engländer William Scott. Der Grundstein für die beweglichen Objekte und die Collagen wurde — so meint die Künstlerin — vielleicht  während der Ausbildung an der Werkkunstschule gelegt, wo sie bereits mit vielerlei Material, Fundstücken aus der Natur und weggeworfenen Teilen arbeitete. In der Folgezeit galt ihr Hauptinteresse der Grafik und der Malerei.
Ihre Grafiken zeugen von umfangreichem Wissen und technischem Können. In der Malerei gilt ihre besondere Aufmerksamkeit  der Oberflächenstruktur. Durch alle Arbeiten hindurch zieht sich ihre Liebe zur Natur. Es begann in Zeiten, in denen die Maler noch die Gelegenheit nutzten in der freien Natur zu malen. Die Liebe zur Landschaft Nordfriesland zieht sich durch die Wohn- und Ferienorte der Raschkes: Feddersbüll, nahe Neukirchen, Rodenäs, Trollebüll (Ortsteil von Stedesand) und jetzt das alte Haus von Dora Hemsen am Kleiseerkoogsdeich. Und dass auch Nolde eine Rolle spielte, ist selbstverständlich.
Als wir diese Ausstellung planten, kannten wir die hier ausgestellten Arbeiten noch nicht, sondern wir gingen davon aus, Grafik und Malerei auszustellen. Als wir dann ihre wunderbaren Collagen und die beweglichen Objekte sahen, waren wir begeistert und beschlossen nur diese Arbeiten zu zeigen.
Wir wissen, dass die Künstlerin damit keineswegs Neuland betritt. Dazu nur drei kleine Anmerkungen aus der Kunstgeschichte:
Bereits 1880 hatte Van Gogh auf einer Müllkippe in Amsterdam begeistert ausgerufen: Mein Gott, ist das schön! Diese Sammlung abgedankter Eimer, Körbe, Kessel, Eßnäpfe, Ölkannen, Eisendraht, Straßenlaternen, Tonpfeifen… Es ist für einen Künstler doch ein Paradies.“ Allerdings sind mir keine Werke von Van Gogh bekannt, in denen er dieses Erlebnis umsetzt.
Anfang der 60ger Jahre entdeckte eine Gruppe junger französi-scher Künstler den Alltag als unerschöpfliches Materiallager für die Kunst. Der Nouveau Réalisme — Revolution des Alltäglichen — wurde in der Pariser Wohnung von Yves Klein geboren.
In der modernen afrikanischen Kunst gibt es eine Fülle von Künstlern, die mit Kronenkorken, Blechdosen, Plastikkanistern etc arbeiten. Einige dieser Arbeiten finden sich inzwischen in den Museen oder sind auf hochkarätigen Ausstellungen wie der Dokumenta zu sehen.
Wir wissen aber auch, dass Gerda-Maria Raschke ihre Kunst völlig frei und unabhängig von Tendenzen und Moden des Kunstmarktes entwickelt hat.
Im 21. Jahrhundert hat der Abfall so gigantische Ausmaße angenommen, dass man sich kaum vorstellen kann, dass  ein Künstler beim Anblick unserer Müllhalden ausruft: „Mein Gott, ist das schön“. Aber die Faszination der toten Dinge, des Abgelegten, des Gebrauchten und Verbrauchten bleibt für Künstler ungebrochen.
Barbara Schmidt-Tychsen 

 

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Fotoausstellung

Antje Kirschberger  (Rodenäs)

zeigt Fotos von der heimischen Vogelwelt.

„Vögel zu fotografieren bedeutet Vögel zu beobachten, das braucht Zeit, viel Geduld und etwas Glück“

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

 Die Ausstellung dauert vom                                                 6. Oktober bis 1. Dezember 2013

geöffnet im Oktober Do–So, im November Fr–So, jeweils 14 - 18 Uhr

Zu der Ausstellung zeigt Antje Kirschberger am 5. November, 19 Uhr kurze Videoclips und erzählt dazu von ihren Erlebnissen

für beide Veranstaltungen ist der Eintritt frei

 

Kuckuck, gerade aus dem Nest
Sperber putzt sich in meinem Garten
Rohrdommel auf dem Eis
Teichrohrsänger füttert Kuckuck
Waldohreule, Tagesschlafplatz in Niebüll

„Vögel zu fotografieren bedeutet Vögel zu beobachten, das braucht Zeit, viel Geduld und etwas Glück“

Kuckuck, Bachstelze, Teichrohrsänger, Mäusebussard, Waldohreule, Lachmöwe, Kiebitz, Krickente, Graureiher, Seidenschwanz, Odinshühnchen, Rohrdommel, Singschwan, Austernfischer, Küstenseeschwalbe, Rohrweihe, Rotschenkel, Blaukehlchen, Sperber und Eisvogel – die meisten dieser Vögel kennen wir vielleicht dem Namen nach. Aber haben wir sie schon bewusst gesehen? Den Eisvogel? den Teichrohrsänger? Oder das Odinshühnchen? Ein Rotkehlchen ja, aber ein Blaukehlchen? Und wie sieht überhaupt ein Kuckuck aus?
20 einheimische Vögel stellt uns Antje Kirschberger in ihren Foto-grafien vor. Es sind zum Teil ganz ungewöhnliche Fotos, in denen die Vögel nicht nur in ihrer Schönheit, sondern vor allem auch aktiv in ihrem charakteristischen  Verhalten gezeigt werden: der nur einen Tag alte Kuckuck schmeißt die Eier seiner Wirtseltern aus dem Nest, Lachmöwen zeigen ihre Flugkünste, Graureiher wachen langsam auf, Seidenschwänze streiten sich um Äpfel, eine Gruppe von Singschwänen trifft sich zur Futtersuche auf einem abgeernteten Maisfeld, Küstenseeschwalbe und Lachmöwe  streiten sich, eine kleine Küstenseeschwalbe verzehrt einen Krebs, der sich  erfolglos kräftig wehrt, ein Sperber putzt völlig ungeniert sein Gefieder. Diese normalen und selten zu sehenden Aktionen machen die Fotos so ungeheuer lebendig.
Wie gelingen Antje Kirschberger solche Fotos oder Fotostrecken?
Vor ca. 20 Jahren beteiligte sich Antje Kirschberger an einer Vogel-exkursion in Sachsen. Sie wurde geleitet von Einhard Bezzel, Ornithologe, Tierfotograf, Autor von zahlreichen Büchern – eine Koryphäe auf dem Gebiet der Tier- insbesondere der Vogelfotografie. Die Gruppe bestand mehr oder weniger aus gestandenen Ornithologen, Antje Kirschberger war sozusagen das Greenhorn der Gruppe. Auf der Wanderung durch das Gelände sieht sie einen Vogel – später weiß sie, dass es ein  Kuckuck ist -  auf einem Zaun. Sie möchte ihn fotografieren. Alle Teilnehmer raten ihr ab. Der Kuckuck gilt als besonders scheu. „Och, Kleene, bis du da bist, ist der längst weg.“ Sie lässt sich nicht beirren, trennt sich von der Gruppe. Schritt für Schritt arbeitet sie sich geduldig an den Vogel heran. Sie beobachtet, wie der Kuckuck aus einer für ihn ungenießbaren Raupe eine bekömmliche Vogelmahlzeit herstellt. Er dreht die Raupe, drückt die Flüssigkeit aus ihr heraus, wirft sie in die Luft, fängt sie auf – fertig zum Verzehr. Sie hält das alles in einer Fotosequenz fest. Zurück bei der Gruppe, erzählt sie ihre Beobachtungen. Keiner glaubt ihr. Nach Entwicklung des Dia-Films sind die Fachleute sprachlos. So etwas hatten sie noch nie gesehen.
In der Fachzeitschrift „Der Falke“, einschlägiges Journal  für Vogelbeobachter, erschien  später ein großer Artikel über diese Fotos. Antje Kirschberger erhielt Zuschriften aus ganz Europa.
Aus dieser Erfahrung hat sie gelernt: höre nie auf Profis, die meinen, das Verhalten der Vögel zu kennen. Sie verhalten sich keineswegs immer so, wie es in den Bestimmungsbüchern steht. Den Satz „Och, Kleene, bis du da bist, ist der längst weg.“ wird sie nie vergessen. Und wie oft hat sie den Spruch gehört: „Hier brauchen wir gar nicht gucken.“ Und wie oft hat sie sich zum Glück  nicht daran gehalten. Ist es das sogenannte „Dummenglück“, das ihr ermöglicht, zu solchen Vogelaufnahmen zu kommen?  Ich glaube nicht. Sie geht mit offenen Augen durch die Natur, erkennt das Ungewöhnliche, ist geduldig, behält die Ruhe, ist nicht erpicht, besonders sensationelle und ästhetische Fotos zu machen. Sie ist eine reine Hobbyfotografin, liebt ihr Hobby und hat sich im Laufe der Jahre erstaunliche Kenntnisse über die Vogelwelt angeeignet. Das Hobby hat sich seit diesen ersten Fotos vom Kuckuck vor fast 20 Jahren zur Leidenschaft ausgewachsen. Und immer noch ist der Kuckuck Thema Nummer Eins.
Antje Kirschberger stammt aus Dessau, lebte dann in Hamburg und betrieb jahrelang im S-Bahnhof Berliner Tor einen Blumenladen. Seit 30 Jahren wohnt sie in Rodenäs. Ursprünglich als Ferienhaus gedacht, wurde ihr Haus nach jedem Urlaub ein wenig erweitert, bis es nach der Pensionierung ganz zu ihrem Altersruhesitz wurde.
Ihre erste „Vogelreise“ machte sie 1990 nach Spanien in die Extre-madura. Es wurde ihr schnell klar, was sie für eine solche Exkursion benötigte: einen guten Fotoapparat, ein Stativ, ein Teleobjektiv und ein Tarnzelt. Sie freundete sich mit dem Leiter der Reise, Dietmar Nill, an, eine Freundschaft, die bis heute Bestand hat. Dietmar Nill, Ornithologe, einer der erfolgreichsten Naturfotografen der Gegenwart mit  zahlreichen Veröffentlichungen, ist häufiger Gast in Rodenäs. Immer wieder angelockt von den  außergewöhnlichen Entdeckungen, die Antje Kirschberger  in der Vogelwelt rund um  Rodenäs macht. Im vergangenen Winter, im bitterkalten Januar, zog sie mit Dietmar Nill morgens um 5 Uhr bei 14 Grad minus Richtung Tondern los. Bei Sonnenaufgang erwachten die ca. 1000 Singschwäne. “Diese Lichtstimmung und das Rufen der Schwäne – das sind Augenblicke, die ich ein Leben lang nicht vergessen werde.“ Allein hier in Nordfriesland entdeckt sie fast jedes Jahr einen Vogel, der hier Seltenheit hat. Ihre Fotos werden inzwischen in einschlägigen Zeitschriften veröffentlicht, häufig auf der Titelseite.
Aber es sind nicht nur die einheimischen Vögel, die sie interessieren. Gemeinsam mit professionellen Ornithologen führten Fotoreisen sie vorwiegend in nordische Länder, nach Spitzbergen, Norwegen, Schweden und Alaska. In Alaska hat sie sich einen Traum erfüllt. Ihr Ziel war eine Futterstation für Weißkopfseeadler, die von der sogenannten Eagle-Lady im Winter gefüttert werden. Auch da riet man ihr ab, im Winter dorthin zu fahren: zu unwegsam, kompliziert und Eiseskälte. Aber sie ist natürlich trotzdem gefahren und zwar allein. Rückblickend meint sie, dorthin zu gelangen sei auch nicht viel schwieriger als bei Schnee und Kälte von Niebüll nach Rodenäs zu kommen. Aber welches abenteuerliche Wagnis steckte hinter dieser Reise: geringe Englischkenntnisse, Buchung von Hotel und Auto, Erlaubnis dort fotografieren zu dürfen – eine logistische Herausforderung. Auf dem Bauch im Schnee rutschend, in ca. 3 m Entfernung Auge in Auge mit einem Weißkopfseeadler – da hat auch sie vorsichtig den Rückzug angetreten – eine emotionale Herausforderung. Ihre Fotos von den Weißkopfseeadlern sind umwerfend.
Seit einigen Jahren filmt sie überwiegend.  Am 5. November 2013 um 19 Uhr wird sie hier im Zollhaus eine kleine Auswahl ihrer Videoclips zeigen.
Als ich sie in ihrem Haus besuchte und wir auf die Terrasse gingen, bückte sie sich plötzlich, sah verstreut kleine Vogelfedern, hob sie auf und meinte versonnen: „Da muss etwas passiert sein“. Ich bin sicher, sie wird es herausfinden. Ihre Begeisterung ist ansteckend. Ich gehe schon mit ganz anderen Augen in meinen Garten.
Barbara Schmidt-Tychsen
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Windbräute

Papierarbeiten

von Antje Bergmann-Kupfer

Eröffnung am Sonntag, den 4. August 2013  11 Uhr

Die Ausstellung dauert vom 7. Aug. - 28. Sept. 2013

Mittwoch bis Sonntag von 14 – 18 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Eintritt frei

 

 

 

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Ausstellung

Nina von Bistram

„Palmenhaus und Scherbelberg“

Bilder einer Kindheit

Nina v.Bistram wuchs auf familieneigenem Rittergut in Sachsen auf. Im Stil des phantastischen Realismus verarbeitet sie  ihre Kindheits-erinnerungen aus den Jahren des Ersten Weltkrieges. Ihre Bilder entführen vor der prachtvollen aber schon rissigen Kulisse eines Herrenbesitzes in eine irreale fremde Welt.

 2. Juni bis 28. Juli 2013

Mittwoch bis Sonntag 14 - 18 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Eintritt frei


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Edlef Bucka-Lassen (1865-1961)

 En maler fra den dansk-tyske grænseegn

 Ein Maler aus dem deutsch-dänischen Grenzraum

Im Alter von 45 Jahren wurde Edlef Bucka-Lassen mitgeteilt, dass er wegen schwerer Krankheit nicht mehr im Stande sei, seinen Beruf als Bauer auszuüben.  Er begann zu malen. Bei H. P. Feddersen dem Jüngeren, der im Kleiseerkoog wohnte, nahm er Zeichenunterricht, und hatte dorthin 20 km zu Fuß zu gehen.

 Eröffnung Sonntag, den 24. März 2013, 11 Uhr

Do Fr Sa So von 14 bis 18 Uhr

 Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

 Eintritt frei

 

 

 

Kirchensteig Hostrup 1936
Überschwemmte Wiesen südlich von Tondern 1924
Kuhhirtin am Fluss 1915
Haus an der Brücke 1912

 

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Bilder von

Ulla Ruissalo

Ausstellung vom 2. Dez. 2012  bis 7. Februar 2013

Eröffnung Sonntag, den 2. Dez. 11 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Freitag, Samstag, Sonntag von 14 - 18 Uhr

Eintritt frei

 

Drei Typen in der Stadt
Wartende
Frau mit Vogel
Rosa Rugosa
Geigerin

 

 Es ist eine fremde Welt, eine fremde Gesellschaft. Da sind die Titel: Tango Finlandia, Tangoabend, Tanzpavillon. Der Zeitungsleser am Bahnhof liest eine finnische Tageszeitung. Die Frauen heißen Laila, Hulda oder Lilja, die Männer Jaakko und Villio. Und hier vermute ich bei allen Gegensätzen  eine  große Gemeinsamkeit aller abgebildeten Personen: sie können sicher alle gut Tango tanzen, nicht den argentinischen, sondern den finnischen. Am besten wahrscheinlich Bruno der Magier.

Barbara Schmidt-Tychsen

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Taschenkunst

Ellen Schütz

Julia Nierade

Karin Krawietz

Christiane Limper

Philip Drenckhahn

Das Museum in der Tasche: „Taschenkunst“ sind kleine Originale in Kreditkartenformat, laminiert, geschützt gegen Nässe und Schmutz. Taschenkunst kann ohne Gefahr überallhin mitgenommen werden. Taschenkunst kostet wenig. Es gilt ein festgelegter Preis von 10 €.

29. Juli bis 30. September 2012

Donnerstag bis Sonntag 14 - 18 Uhr

Eröffnung 29. Juli, 11 Uhr 

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Julia Nierade
Christiane Limper
Ellen Schütz
Karin Krawietz
Philip Drenckhahn

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Fri som fuglen

Bilder von

Else-Pia Martinsen Erz

Ausstellung vom 4. März bis 6. Mai 2012

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag von 14 - 18 Uhr

Eintritt frei

 

Grågæs
Strandskader
Strandkanten
3 gæs i vand

 

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  Griffelkunst II

 Aus einer privaten Grafiksammlung von 1989-2007

 1. Dezember 2011- 26. Februar 2012

 Sa So  von 14 - 18 Uhr

Eintritt frei
Die Sammlung enthält Arbeiten von international bekannten Künstlern: A. Paul Weber, Jonas Hafner, Horst Janssen, Ina Barfuss, Felix Droese, Werner Büttner, Georg Herold, Michael Morgner, Günther Förg, Pidder Auberger, Paul Kogler, Achim Hoops, Jeanette Schulz, Franz Erhard Walther, Heinrich Stegemann, Johannes Grützke, Pavel Pepperstein, Nicolaus Cinetto, Irmel Droese, Hans Schimansky, Jerry Zeniuk, Franz Ackermann, Ernst Caramelle, Martin Assig, Jean Leppien, Johannes Hüppi, Tal R, Jonathan Meese, James Reineking, Rosemarie Trockel, Christiane Baumgartner, Paco Knöller, Henk Visch, Claudia Streicher, Inga Svala Thorsdottir, Max Klinger, Arturo Herrera, Ernesto Caivano, Inge Pries

 

Horst Janssen
Christiane Baumgartner
Rosemarie Trockel
Jonathan Meese
Paul A. Weber

 

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Sammlung Volquardsen

23. September bis 13. November

 Fr. Sa. So. von 14 – 18 Uhr

Die Sammlung von Renate und Holger Volquardsen enthält neben Stichen von Rugendas vor allem Werke aus dem vorigen Jahrhundert, u.a. Arbeiten von Alexander Eckener, KP Strauss, Heinrich Vogeler, Ulla Ruissalo und Jürgen Hoffmann.
 Zu vielen Bildern gibt es spannende Geschichten, wann, wo, und unter welchen Umständen sie erworben wurden. In Gegenwart der Sammler lassen wir uns am  

9. Oktober, 11 Uhr

berichten, wie die Sammlung zustande gekommen ist

 

 

Heinrich Vogeler
Alexander Eckener
Ulla Ruissalo
KP Strauss
Jürgen Hoffmann

 

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Jürgen Hoffmann

freiwegs

neue und frühere Bilder und Skulpturen

 

 

Eröffnung  10. Juli, 11 Uhr

 Es spricht:

Heike v. Possel, Leiterin der Galerie Westensee

 Ausstellung vom 14. Juli bis 4. September 2011

 Donnerstag - Sonntag von 14 – 18 Uhr

 Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

 

 

 

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Frauenbilder

Jan Leseberg

Eröffnung am 1. Mai 2011 11 Uhr

vom 4. Mai bis 3. Juli

geöffnet: Donnerstag bis Sonntag von 14 - 18 Uhr

 

 

 Die Kulturstation Zollhäuser Rodenäs zeigt die erste Ausstellung des Künstlers mit ausschließlich Frauenbildern, Frauen von 3 – 93.

 

Es gibt kein durchgängiges Erkennungszeichen für die Frauenbilder Jan Lesebergs. Die Techniken, mit denen er die Frauen porträtiert, sind sehr unterschiedlich: Flüchtige Bleistift-, kräftige Kohle-, weiche Rötel-, zarte Pastell- sowie Buntstiftzeichnungen und Mischtech-niken. Es ist, als passe er seine Technik der jeweiligen Frau an, die er porträtiert.

 

 

Es sind keine geschönten Porträts. Es geht Jan Leseberg nicht darum, die Schönheit von Frauen darzustellen, sondern darum, das Charakteristische festzuhalten, ihr Wesen.

 

 

Es fehlen karikaturhafte Elemente. Er begegnet den Frauen ehrlich. Er begegnet ihnen mit liebevollem Respekt und vielleicht auch mit Bewunderung. Auffallend häufig die Haarmengen, die zeichnerisch bewältigt werden, mächtige Wälle, die das Frauenantlitz manchmal wie eine uneinnehmbare Festung umrahmen; Haare, die Wildheit und Kraft ausstrahlen oder auch als Versteck dienen. Fast alle Frauen umgibt etwas Unnahbares, als sei der Künstler fasziniert, aber die Frauen stehen doch auf der anderen Seite.

 

 

In welcher Beziehung der Künstler zu den Frauen steht – flüchtige Begegnungen oder intensive Freundschaften – verraten die Zeichnungen nicht. Jede Intimität wird vermieden. Die Blicke der Frauen geben nichts preis.

 

 

Wenn ihn ein Gesicht fasziniert, z. B. in der Kneipe, greift er spontan zum Skizzenblock, bzw. er zeichnet auf allem, was gerade zur Hand ist, Zettel, Servietten, Briefumschläge und auch schon mal auf Butterbrotpapier aus der Bude nebenan. Solche Zeichnungen heil nach Hause zu bringen, gelingt ihm nicht immer. Aber irgendwie schafft er es, auch gefaltete oder zerknüllte Zeichnungen in ein perfekt mit einem Passepartout gerahmtes Bild zu verwandeln.

 

 

Manchmal zeichnet er fast rauschhaft mehrere Porträts hintereinander, manchmal braucht er lange, je nach Tagesform.

 

 

Eine intensive Beziehung verbindet ihn mit Horst Janssen. Das Zitat auf dem Flyer

 

 

„Allein bin ich gut, zu zweit eine Katastrophe. Ich kann nicht allein sein.“

 

 

entstand bei einer gemeinsamen Kneipentour im „Z“ in Hamburg. Neben der privaten Nähe war Horst Janssen immer ein großes Vorbild für ihn als Künstler.

 

 

 

Froschkönig und Prinzessin
Traute
Daniela
Johanna
Hanna
Sabine
Lilli
Kekke
Montenegro

 

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FORUM-gallery

Kalenderblätter 1997/98

Farbdrucke  von Marc Chagall,  Christian Rohlfs,         Erich Heckel,  Louis Moillet,  Egon Schiele,  Salvador Dali, Joan Miro,  Franz Marc,  Emil Nolde,  Heinz Menke, August Macke,  Paul Klee,  Wassily Kandinski.                 Die Kalender wurden von Elke und Teddy Jacobsen aus Neukirchen gespendet.

13. Dezember 2010 bis 31. Januar 2011

Do, Fr, Sa, und So von 14 - 18 Uhr

Eintritt frei

Egon Schiele
Heinz Menke
Emil Nolde

 

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Ausstellung

Beate Schönefeld

31. Oktober - 12. Dezember 2010
Geöffnet: Donnerstag, Freitag, Samstag und Sonntag
 von 14 - 18 Uhr
Eröffnung 30. Oktober 2010, 16 Uhr
Eintritt frei

 

Portrait Sabine Brendel
Portrait Barbara Schmidt-Tychsen
Selbstportrait mit Andreas
Portrait Christine Schoefer-Wulf

 

Ausstellung "Second Hemd"

Inken Geertz

Vom 22. August - 16. Oktober 2010
Geöffnet täglich außer dienstags von 14 - 19 Uhr
Eröffnung 21. August 2010, 18 Uhr
Es spricht: Britta Hansen
ohne Titel, 2002, 100 x 100 cm
Schina-Schick, 2010
Ahoi (Teilstück) 2007
Long Shirt, 2010
Die Derben, 2010
Helden von heute, aus Reader`s Digest, 2010

 

Von Anfang an war das bevorzugte Material mit dem Inken Geertz arbeitete, Papier, jede Sorte Papier: Seidenpapier, Pergamentpapier, Klopapier von englischer Qualität, Tissue, Packpapier, Pappe, Karton, Schnittbögen, Wellpappe, Tapeten oder Unterlagen von Tortenböden. Die Papiere, die deutliche Spuren des Gebrauchs aufweisen, werden weiter bearbeitet, z.B. durch Kniffen, Kneten, Bügeln, Schneiden. Irgendwann kristallisierte sich für Inken Geertz das Falten von Hemden heraus und wurde zur Obsession.

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art-edition

Beilagen des Kunstmagazins art

aus den Jahren 2004 bis 2008

20. Juni - 15. August 2010

täglich außer dienstags von 14 - 19 Uhr
Eintritt frei

 

art-edition

In den Jahren 2004 - 2008 lag - exclusiv nur für Abonnenten - jeder Ausgabe des Kunstmagazins art ein Kunstdruck bei. Er stammte von einem Künstler, der im jeweiligen Heft vorgestellt wurde. "Mit diesen Reproduktionen, auf gutem Karton gedruckt, können art-Abonnenten eine kleine Sammlung zeitgenössischer Grafik aufbauen." So hieß es in der Werbung. Insgesamt 50 nationale und internationale Künstlerinnen und Künstler der Gegenwart wurden so vorgestellt.

Eine beeindruckende Bandbreite künstlerischer Ausdrucksmöglichkeiten wird so geboten: u.a. Foto (Chris Jordan, Peter Thomann, Richard Prince), Collage (Tjorg Douglas Beer), Installation (Katharina Grosse), Design (Konstantin Grcic), Malerei (Daniel Richter, Franz Ackermann), Computergrafik (Jörg Sasse, Yves Netzhammer) Street Art (Bansky), Konzept (Birgit Brenner), Zeichnung (Hans Schimansky), Holzdruck (Christiane Baumgartner), Pop-Art (Michel Majerus) u.a.

Beteiligt sind eine Reihe von Documenta Künstlern aus dem Jahr 2007 wie z. B. der Westafrikaner Romuald Hazoumé, der mit seiner Kanister-Installation für Aufsehen sorgte, der New Yorker Künstler Kehinde Wiley mit seinen Porträts schwarzer Männer in klassischen Posen oder der Bulgare Nedko Solakov mit einem Blatt aus der Documenta-Arbeit "Fears", die insgesamt 99 schwarz-weiß Zeichnungen zum Thema Angst enthält.

Vertreten sind u. a. Dänemarks z. Zt. bekanntester Künstler Tal R, die Leipziger Schule mit Drucken von Matthias Weischer und  Neo Rauch, der Bremer Norbert Schwontkowski, der serbische Konzeptkünstler und Allrounder Uros Djuric und der wohl höchst bezahlte Künstler der Gegenwart Peter Doig, um nur einige Künstler aus dem 50köpfigen Künstler-Ensemble herauszugreifen.

Die Besucher der Ausstellung haben Gelegenheit in den art-Ausgaben zu blättern  und sich genauer über die Künstlerinnen und Künstler zu informieren.

 

Daniel Richter, 2006
Richard Prince, 1995/99
Chris Jordan, 2003
Louise Bourgeois,
Neo Rauch, 2006

 

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Uferlandschaften

Aquarelle von

Elisabeth Bunge-Storm

Ausstellung vom 11. April bis 10. Juni 2010
Eröffnung am 10. April 18 Uhr
Eintritt frei

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Italienische Cafés und Bars

Kalenderblätter von

Walter Vogel

Die Fotos sind ein Genuss für alle Kaffee- und Italienfans. Jede der Aufnahmen dokumentiert die Leidenschaft des Fotografen für eines der stärksten Themen der Welt: Espresso. Walter Vogel, 1932 in Düsseldorf geboren, lernte zunächst Maschinenschlosser und Ingenieur, bevor er das Fotografieren zu seinem Beruf machte. 1963 ging er zu Prof. Dr. Steinert an die Folkwangschule in Essen.

"...ars vivendi zum Bild geronnen. Ein Kalender? Ach nein. Eine Fotosammlung, die so schön ist, dass jeden Monat das Umblättern schwer fallen wird." (FLZ)

2003 by ars vivendi verlag GmbH, Cadolzburg

 

 

 

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Landschaften diesseits und jenseits der Grenze

 

Aquarelle von

Kurt Gottburg

 

Vom 1. - 29. November 2009

täglich von 14 - 19 Uhr, außer dienstags

Eröffnung am 1. November 18 Uhr

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

 

Niebüll, Uhlebüllerstraße

 

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HEXENLEBEN

Bilder und Gedichte von

Gisa Kaad

vom 29. August - 27. September 2009

Do - So 15 - 18 Uhr

verlängert bis 29. Oktober

täglich von 14 - 19 Uhr, außer dienstags

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

Gisa Kaad ist 1927 geboren und hat ein Studium an der Hochschule für angewandte Kunst in Hamburg absolviert. Sie lebt und arbeitet in Flensburg. 

In der Ausstellung Hexenleben werden 36 Aquarelle gezeigt, die Mitte der 80er Jahre aus einer Notsituation entstanden. Die Künstlerin war zu der Zeit in ihrer Bewegungsfreiheit stark eingeschränkt.

"Die Hexen haben es abgekriegt" sagt Gisa Kaad.

 

 

Yogahexen

Gute Laune muß man üben,

sagen die, die Yoga lieben.

Die Bernsteinsucher

Der Anblick hier ist sehr verschieden,

dem Robert raubt`s den Seelenfrieden.

Er denkt: Was ich auf Hiddensee

für herrlich zarte Titten seh!

Wo solche zarten Früchte reifen,

mag er nicht mehr nach Bernstein greifen.

 

Berleburger Falken - medaillenträchtig!

Hier üben auf Balancebalken

die braven Berleburger Falken.

Mit federleichter Eleganz

ergibt man sich dem Schmalspurtanz.

 

Priesters Albtraum

Herr, du solltest mich verschonen

von solchen Halluzinationen!

 

Die Profilierten

Wo Köpfe sind, gibt`s auch Profile

und Köpfe sieht man allzu viele.

Die Profilierten, meine Lieben,

sind leider bisher ausgeblieben.

 

 

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Griffelkunst

 

 Aus einer privaten Grafiksammlung von 1989 - 2007

vom 1. Juni - 25. August 2009

täglich 14 - 19 Uhr, außer dienstags

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

A. Paul Weber

 

                                  

Helga Paris

Die Sammlung enthält Arbeiten von international bekannten Künstlern: Ina Barfuss, Thomas Wachweger, Stephan Balkenhol, Strawalde, Peter Doig, Daniel Richter, Dieter Roth, Jonas Hafner, Kurt Mühlenhaupt, Nanne Meyer, Chargesheimer, A. Paul Weber, Johannes Hüppi, William Anastasi, Jonathan Meese, Kiki Smith, Stephen Craig, Helga Paris, Martin Boyce und Wols.

 

Daniel Richter
Ina Barfuss, Thomas Wachweger
Jonathan Meese

Information zur Griffelkunst

Der Begriff "Griffelkunst" stammt ursprünlich von Max Klinger (1857 - 1920), der unter diesem Begriff Handzeichnungen aller Art sowie alle Formen von Druckgrafiken zusammengefasst hat. Die 1925 gegründete Griffelkunst-Vereinigung mit Sitz in Hamburg hat sich zum Ziel gesetzt, das Interesse an der bildenden Kunst zu fördern und mit neuesten Tendenzen der Kunstentwicklung bekannt zu machen. Mitglieder erwerben jährlich 2 Arbeiten zu einem günstigen Preis, vor allem neue und jüngste Arbeiten aktueller Künstler. Die Drucke sind unlimitiert und es darf nicht mit ihnen gehandelt werden.

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Teller und Tuch

Aiga Müller:

1. Januar - 22. März 2009

Zollhaus, Norddeich 3, Rodenäs

 

Was sorgfältig verschlossen in Glasschränken aufbewahrt wurde, das  „gute Porzellan“ - Meißen, Hutschenreuther oder Nymphenburg – irgendwann  zerbricht es, wird ausgemustert, ausrangiert. Es landet auf einer Müllkippe. Verborgen unter Asche und Dreck, überwuchert von sperriger Vegetation wie Brennesseln, Disteln, Kletten und Hollunder lagern solche Kostbarkeiten - Porzellanverschlüsse von alten Bierflaschen mit Firmenaufschriften, kaputte Teller mit Fetzen von Inschriften,  Hotelporzellan aus dem Adlon, Schmuckteller mit Sinnsprüchen,  Scherben aus allen möglichen Stilrichtungen – Gründerjahre, Jugendstil, Art déco oder 50er Jahre… 

Die Berliner Künstlerin Aiga Müller sucht ihr Material auf den Müllkippen im Umland von Berlin zusammen. Als „Archäologin“ entdeckt und untersucht sie die Zivilisationsreste aus dem Alltag der Menschen. Als „Wendegewinnlerin“ fand sie auf den Müllkippen der ehemaligen DDR einen gewaltigen Vorrat an zerschlagenem Porzellan. Als „Schatzsucherin“ träumt sie von einem kleinen Bagger um all die verborgenen Schätze heben zu können. Als Künstlerin schafft sie ebenso erstaunliche  wie fesselnd schöne Kunstwerke aus diesen Fundstücken. 

In der Ausstellung „Teller und Tuch“ zeigt  die Kulturstation Zollhäuser Rodenäs  30  Arbeiten der Künstlerin: Zerbrochene bemalte Teller auf gleichfarbigem gemusterten Stoff, mal übermalt, mal echter Stoff, dazu aufgeklebtes Besteck, gemalt  oder echt? – eine verwirrende Collage, in der zwischen Gegenstand und Muster kaum noch  unterschieden werden kann. Sobald man sich auf eine farblich und grafisch gelungene Komposition eingelassen hat, wird der ästhetische Genuss durch den  trompe d’euille – Effekt gestört. Verfremdet auch die naturalistisch gemalten Tellerbilder in der Manier der klassischen Stilleben. Die Harmonie, die üblicherweise von Stilleben ausgeht, mag sich indes nicht richtig einstellen. Irgendwie wirkt alles etwas unpassend. Fünf Eier liegen auf einem Teller mit Lochrand, der auf einem zart gemusterten Tuch steht; giftgrüne Kürbisse auf knallblau gemustertem Teller auf genobbtem Fußbodenbelag. Und zwischendurch liegen auch mal Mörserteile, Steinpflaumen, Ziermuscheln oder ein roter Plastikigel auf den Tellern. So irritiert und bricht die Künstlerin durch farbige Kontraste und ungewohnte Zusammenstellung alltäglicher Objekte die Sehgewohnheiten des Betrachters. 

Eine besondere Kostbarkeit stellen die Scherbenporträts  der Künstlerin dar, von denen zwei in der Ausstellung zu sehen sind. Verblüffend realistisch sind die Porträtbüsten gestaltet, die aus einer Vielzahl kleinster Mosaiksteine zusammengesetzt sind, die aus dem gleichen Müllkippen-, Sperrmüll-  und  Trödelfundus stammen wie die übrigen Werke der Künstlerin. Mit kleinsten manchmal witzigen  Details aus Porzellan gelingt es ihr die Persönlichkeit der Abgebildeten treffend darzustellen.